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Handel: Konsumverhalten von Verbrauchern zurückhaltend

30.07.2020 von

Foto: Zwei Männer tragen mehrere Tüten. Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Die Stimmung bei den Verbrauchern in Sachsen ist zwar leicht gestiegen, doch noch weit entfernt vom Vor-Corona-Niveau. «Auch die Effekte durch die Senkung der Mehrwertsteuer sind für den Einzelhandel bislang überschaubar», sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen, René Glaser, der Deutschen Presse-Agentur.

Seit dem 1. Juli beträgt die Mehrwertsteuer, die bei jedem Einkauf anfällt, nur noch 16 statt 19 Prozent. Der ermäßigte Satz, der für viele Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs gilt, beträgt 7 statt 5 Prozent.

Ein Grund für das zurückhaltende Kaufverhalten sei für die Kunden die Maskenpflicht, so Glaser. «Wir können sie aber aus gesundheitspolitischer Sicht nachvollziehen», betonte er. Dennoch bremse sie das Shoppingerlebnis und das ungezwungene Bummeln durch die Geschäfte aus. «Wir spüren, dass die Kunden beim Einkauf planvoll vorgehen und oft nur Bedarfskäufe tätigen». In den Städten fehlten häufig die Menschen, die einfach aus Lust am Shoppen und Stöbern oder am An- und Ausprobieren in die Läden kämen.

Aus sächsischer Sicht könne er noch keine verlässlichen Aussagen darüber machen, wie viele Geschäfte wegen der Corona-Krise aufgeben müssten, sagte Glaser. «Fakt ist, dass große Teile des Einzelhandels von der Krise betroffen sind.» Der Handelsverband Deutschland rechne in diesem Jahr mit einem deutschlandweiten Umsatzminus von 40 Milliarden Euro im Nicht-Lebensmittelhandel - vorausgesetzt es komme keine zweite Pandemiewelle.

Der Umsatz im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sei von März bis Mai in diesem Jahr in Sachsen erheblich eingebrochen, erklärte Glaser. Er bezieht sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes in Kamenz. Demnach sank der Umsatz nominal jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat im März um 54 Prozent, im April um 83,5 Prozent und im Mai um 24,7 Prozent. Neuere Zahlen lägen noch nicht vor, so der Hauptgeschäftsführer.

Die als Teil des Konjunkturprogramms beschlossene Überbrückungshilfe des Bundes sei auf Grund der bestehenden hohen Hürden weitestgehend nicht im Einzelhandel angekommen, kritisierte er. Da müsse nachjustiert werden. Auch vom in Aussicht gestellten Konjunkturprogramm des Landes Sachsen gingen derzeit noch keine spürbaren Wirkungen aus.

Um die Kaufimpulses für den Non-Food-Einzelhandel in den Städten zu erhöhen, regte Glaser an, die Hürden für verkaufsoffene Sonntage zu senken. «Gerade in dem schwierigen, von der Corona-Krise geprägten Jahr 2020 bedarf es einer schnellen und unbürokratischen Hilfe», betonte er.

Angesichts der vielerorts immer schwieriger werdenden Lage in den Innenstädten fordere der Verband ferner die Einrichtung eines Innenstadtfonds. Die Mittel sollten genutzt werden, um die aktuelle Lage der Innenstädte zu analysieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, so Glaser. Das Einkaufen sei für die meisten Menschen immer noch der Hauptgrund, in die Innenstadt zu kommen. Doch viele Orte befinden sich in einer Schieflage. Der Handelsverband Deutschland habe deshalb die Einrichtung eines Innenstadtfonds in Höhe von 500 Millionen Euro vorgeschlagen.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Zwei Männer tragen mehrere Tüten. Foto: picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

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