Die Zeit drängt für die Beschäftigten des Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) forderte am Freitag den Süßwarenhersteller noch einmal nachdrücklich auf, über die «angeblich laufenden Sondierungsgespräche» mit Interessenten für eine Übernahme zu informieren. Haribo habe der NGG zufolge unterdessen die Massenentlassung für die Beschäftigten beim Arbeitsamt angezeigt, die ersten Anlagen würden demontiert.
«Die Beschäftigten brauchen endlich Klarheit. Wir haben von Anfang an gesagt, Haribo kann sich mit dem Sozialplan nicht freikaufen. Geld ersetzt keine Arbeitsplätze», erklärte Thomas Lißner von der NGG. Man habe sich auch an Vertreter der Politik gewandt. Die Bemühungen für eine Nachfolgelösung dürften jetzt nicht nachlassen.
Haribo hatte die Produktion in seinem einzigen ostdeutschen Werk mit rund 150 Mitarbeitern im Dezember eingestellt. Begründet wurde das Aus mit hohen Investitionen, die am Standort nötig seien. Dagegen gab es massiven Protest.