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Dulig: Bergbau ermöglicht regionale Rohstofflieferketten

Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, schaut in die Kamera. / Foto: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa
Martin Dulig (SPD), Wirtschaftsminister von Sachsen, schaut in die Kamera. / Foto: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bedarf an Rohstoffen etwa für Elektroautos und elektronische Geräte bietet laut Wirtschaftsminister Martin Dulig große Chancen für den Bergbau in Sachsen. Der Freistaat biete bis auf Erdöl und Gas fast alle Bodenschätze, die weltweit gefragt seien, sagte der Sozialdemokrat am Sonntag in einer Mitteilung. «Vor allem das Erzgebirge ist von der Dichte und seiner Vielfalt der Lagerstätten einmalig in Europa.» Neue Technologien rückten nun auch Lagerstätten in den Blick, die bisher unerreichbar schienen. «Nach über 850 Jahren Bergbau im Erzgebirge haben wir - bildlich gesprochen - gerade erst einmal an der Oberfläche gekratzt.»

Laut Dulig geht es in Sachsen seit 2006 wieder bergauf mit dem Bergbau, da die Preise am Weltmarkt steigen. Jährlich gebe es 10 bis 20 aktive Erkundungsprojekte. Fünf Bewilligungen zum Abbau von Rohstoffen seien erteilt worden. Sie beziehen sich auf den Abbau von Lithium in Zinnwald, Zinn, Wolfram und Indium in Pöhla und im Feld Rittersgrün sowie Kupfer und anderen Erzen in der Region Weißwasser. Zudem werde in Niederschlag Flussspat gewonnen.

Den Angaben zufolge stehen 419 Bergwerksbetriebe unter der Aufsicht des Oberbergamtes in Freiberg. Dazu gehören auch Unternehmen, die Erdwärme nutzen. Das Spektrum der gewonnenen Rohstoffe reiche von Felsgesteinen und Kiesen über Kaolin, Ton und Lehm bis hin zu Quarzsand. Hinzu kommt Braunkohle für die Energiegewinnung.

Der Bergbau biete Sachsen die Chance auf einen »Vorsprung Ost», sagte Dulig. Fast alle Zukunftstechnologien seien auf seltene Metalle angewiesen und der Rohstoffbedarf nehme weltweit zu. «Die Rohstoffproduktion ist in vielen Bereichen stark auf Länder konzentriert, die politisch und wirtschaftlich instabil sind. Die Importabhängigkeit in Europa, Deutschland und Sachsen ist hoch.» Regionalen Rohstofflieferketten würden daher an Bedeutung gewinnen.

Dulig verwies darauf, dass Sachsens Rohstoffstrategie nun fortgeschrieben werde. Dazu sei im Frühjahr eine Konferenz geplant. Die aktuelle Strategie stammt aus dem Jahr 2012 und war 2017 aktualisiert worden. Anlass für die Überarbeitung sind dem Minister zufolge geänderte europäische und nationale Rahmenbedingungen. Zudem sollen Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag einfließen.

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