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Bierabsatz in Sachsen sinkt stärker als im Bund

Der Bierabsatz in Sachsen sinkt weiter: Der Sächsische Brauerbund spricht von einer «dramatischen» Lage. (Symbolbild) / Foto: Roland Weihrauch/dpa
Der Bierabsatz in Sachsen sinkt weiter: Der Sächsische Brauerbund spricht von einer «dramatischen» Lage. (Symbolbild) / Foto: Roland Weihrauch/dpa

Der Biermarkt in Sachsen verzeichnet einen Rückgang von fast 7 Prozent. Während große Unternehmen Krisen besser managen, sieht der Sächsische Brauerbund Hoffnung bei alkoholfreien Biersorten, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Im Freistaat Sachsen hat der Bierabsatz im letzten Jahr stärker abgenommen als im Bundesschnitt. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden rund 620 Millionen Liter Bier verkauft, was einem Rückgang von etwa 6,9 Prozent entspricht.

Bundesweit ist der Biermarkt um sechs Prozent geschrumpft - der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung. Der gesamte Absatz belief sich demnach auf 7,8 Milliarden Liter. Dieser Trend, der seit 1994 anhält, setzte sich fort; damals wurden noch 11,5 Milliarden Liter abgesetzt.

Sächsischer Brauerbund: Die Situation ist ernst

„Ja, so gesehen ist die Situation für Sachsen wirklich ernst“, äußerte Steffen Dittmar, Präsident des Sächsischen Brauerbundes, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Dittmar, der auch Geschäftsführer der Bergquell Brauerei in Löbau ist, berichtete, dass ihm derzeit keine Insolvenzfälle unter den rund 80 sächsischen Brauereien bekannt sind.

Die Branche hat ihre Hausaufgaben gemacht und an vielen Stellen modernisiert. Besonders kleine Privatbrauereien sind jedoch stark betroffen: „Ein großes Unternehmen kann Krisen einfacher bewältigen als ein kleines, da letztere meist keine finanziellen Puffer haben.“

Der Mindestlohn, steigende Energiekosten und bürokratische Hürden belasten die Brauereibranche zusätzlich. Dennoch zeigt sich der Verbandspräsident optimistisch: „Jetzt ist schlechtes Bierwetter, aber irgendwann wird die Sonne wieder scheinen.“

Ein Hoffnungsschimmer: alkoholfreie Biersorten

Für die Branche stellen die alkoholfreien Sorten einen Lichtblick dar. Der Markt für dieses Segment wächst auch in Sachsen. Aktuell gibt es beim Verband keine konkreten Zahlen, da nicht alle Brauereien diese veröffentlichten. Alkoholfreie Biere und Malzgetränke sind aufgrund fehlender Biersteuer zudem nicht in der aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamtes enthalten.

Laut Deutschem Brauerbund betrug der Anteil alkoholfreier Biere im vergangenen Jahr bereits über zehn Prozent des Umsatzes im Handel. Im laufenden Jahr soll auch der Marktanteil diese Schwelle erreichen. Deutschland hat sich mittlerweile zum größten europäischen Markt für alkoholfreie Getränke entwickelt.

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