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Beauftragter für Fluglärmschutz: Leipzig/Halle im Fokus

Sachsen hat einen Beauftragten für Fluglärmschutz. Damit soll dem Lärm- und Umweltschutz an den internationalen Verkehrsflughäfen Leipzig/Halle und Dresden ein noch stärkeres Gewicht gegeben werden, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Der Beauftragte Jörg Puchmüller soll unabhängig und vermittelnd für die Anliegen von Anwohnern, Bürgerinitiativen, Flughafenbetreibern, Fluglärmkommission, Behörden und Deutscher Flugsicherung tätig sein. Schwerpunkt wird demnach der Lärmschutz am Luftfrachtdrehkreuz Leipzig/Halle.

Er verstehe seine Funktion als Moderationsangebot zwischen den verschiedenen Interessen, sagte Puchmüller bei seiner Vorstellung. «Die neue Aufgabe ist eine Herausforderung, die Kommunikationsfähigkeit, Fingerspitzengefühl und gewiss auch Hartnäckigkeit verlangt.» Sein Fokus liege auf den Problemen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowie auf der Koordinierung aller beteiligten Behörden, um zum Beispiel Entscheidungsabläufe zu beschleunigen. Puchmüller war zuvor für die Landesverwaltung und in Verkehrsunternehmen tätig. Im sächsischen Wirtschaftsministerium hatte er unter anderem die strategische Kommunikation des Großprojektes City-Tunnel Leipzig betreut.

Der Fluglärmschutzbeauftragte wird die Forderungen von Bürgern und Bürgerinitiativen an die Staatsregierung sowie Stellungnahmen an den Petitionsausschuss des Landtags bearbeiten. Der Beauftragte nimmt zudem an den Sitzungen der Fluglärmkommissionen teil, allerdings ohne eigenes Stimmrecht. Darüber hinaus wirkt er an der Konzeption und Begleitung von Verfahren zur Lärmminderung und von Anreizsystemen zum Einsatz lärmverminderter Flugzeuge mit.

Der Flughafen Leipzig/Halle, inzwischen der zweitgrößte Frachtairport in Deutschland, plant einen deutlichen Ausbau. Dort gibt es für Frachtmaschinen eine Nachtflugerlaubnis. Unter anderem plant DHL die Erweiterung des Logistik-Drehkreuzes von 60 auf etwa 90 Stellplätze für Flugzeuge. Vor allem die erwartete Zunahme nächtlicher Flüge sorgt für Kritik. Gegen den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle sind bei der Landesdirektion Sachsen inzwischen 6350 Einwendungen eingegangen. Hinzu kommen noch die Einwendungen, die bei den 17 Kommunen eingereicht wurden.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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