Sachsens Landwirte müssen nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) «systematisch umsteuern», um sich auf Wetterextreme einzustellen. «Wir merken, dass Dürre und Wassermangel für unsere sächsischen Verhältnisse keine Ausnahme mehr ist, sondern neue Normalität», sagte der Minister der Deutschen Presse-Agentur. Die Auswirkungen seien von Region zu Region verschieden. Betroffen seien etwa Landwirte in Nordsachsen mit sehr sandigen Böden, in einem ganz anderen Ausmaß als etwa Landwirtschaftsbetriebe im Gebirgsvorland.
Je nach Standort könnten etwa Landwirte neue Sorten wie Hirse, Soja oder Weizen mit extra langen Grannen, also borstenartigen Fortsätzen, testen, die mit Trockenheit besser klarkommen. Auch eine weniger dichte Aussaat, gezielte Düngung und schonende Bodenbewirtschaftung könnten helfen. Bei der sogenannten Streifenbewirtschaftung etwa werde nicht mehr die gesamte Fläche beackert, sondern nur die Streifen, in die das Saatgut hineinkomme. «Jeder Tropfen Wasser, den ich im Boden habe, ist kostbar», betonte Günther.