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Winter in Sachsen trotz des Schnees deutlich zu trocken

Trotz des vielen Schnees hat sich das Grundwasser nicht erholt. (Symbolbild) / Foto: Jan Woitas/dpa
Trotz des vielen Schnees hat sich das Grundwasser nicht erholt. (Symbolbild) / Foto: Jan Woitas/dpa

Viel Schnee, aber trotzdem Trockenheit. Der Winter ist im Osten Deutschlands aus Expertensicht problematisch gestartet. Das könnte auch Folgen für den Sommer haben.

Trotz mehrfacher kräftiger Schneefälle ist der Winter in Sachsen bislang deutlich zu trocken. Sowohl im Dezember als auch im Januar habe es erhebliche Defizite in der Niederschlagsmenge gegeben, erklärte Andy Philipp vom sächsischen Landesamt für Umwelt. Der Schneefall im Januar sei dabei nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Das könnte im Sommer erhebliche Folgen nach sich ziehen.

«Mit Dürre verbindet man immer trocken und heiß, deswegen wird Dürre im Winter kaum wahrgenommen», sagte der Hydrologe Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Marx leitet den Deutschen Dürremonitor, eine täglich aktualisierte Deutschlandkarte mit Daten und Modellrechnungen zum Bodenfeuchtezustand. Die Böden seien im Winter zwar grundsätzlich deutlich feuchter als im Sommer – trotzdem seien sie derzeit «wesentlich trockener als normal».

Für die Bewertung des Wasserhaushalts blicken Fachleute auf das hydrologische Winterhalbjahr von November bis April. «Der November war, wenn man nur auf den Niederschlag guckt, in der Mitte Deutschlands deutlich trockener als normal.» Der Dezember sei schließlich in ganz Deutschland zu trocken gewesen und lag dem Experten zufolge etwa bei 40 Prozent des normalen Niederschlags. Das habe dazu geführt, dass die Grundwasserstände in den meisten Regionen Deutschlands «den Punkt erst jetzt erreicht haben, an dem sie wieder steigen». Insgesamt sei der Zeitpunkt, ab dem das Grundwasser sich in der Fläche erholt, in diesem Winter «deutlich verzögert».

Bislang fehle es in Sachsen an genügend Schneerücklagen, um das Grundwasserdefizit aufzuholen, erklärte Philipp. Auch künftig werde sich die Menge an Schnee reduzieren. Das habe neben dem Grundwasser auch einen Einfluss auf die Talsperren und Flüsse, erklärte der Experte.

Gefrorene Böden hindern Wasser am Versickern

Daran ändern nach Einschätzung des Hydrologen auch die aktuellen Schneefälle nur begrenzt etwas. Sie können sogar dazu führen, dass Wasser ungenutzt abfließe. Der Boden sei durch starken Frost vor dem Schneefall teils gefroren gewesen: «Wenn es dann darauf schneit und irgendwann dann von oben es wärmer wird und das Wasser taut, dann hat man diese Situation, dass der gefrorene Boden das Wasser nicht aufnehmen kann.» Das führe dazu, dass mehr Wasser als normalerweise auf der Oberfläche abfließe und beispielsweise in den Flüssen lande.

Deutlich besser für das Grundwasser sei da das eher unbeliebte Schmuddelwetter: «Lieber zwei bis acht Grad mit leichtem Regen, ein bisschen Schnee fürs Skifahren in den Mittelgebirgen und in den Alpen, das wäre eigentlich ganz wunderbar», so Marx.

Akute Schäden durch Trockenheit erwartet der Experte im Winter nicht. Sorgen bereite eher der Blick nach vorn: «Man kann sagen, dass der Winter jetzt für die Grundwassersituation ungünstig gestartet ist.» Wie sich die Lage entwickle, hänge aber stark von den kommenden Monaten ab: «Februar, März, April können kühl und nass werden – da kann sich das Grundwasser in drei Monaten deutlich erholen.» Entscheidend sei auch, ob in diesem Jahr erneut ein trockener und heißer Sommer folge – vor allem Wälder könnten dann weiter geschädigt werden.

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