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Umfassende Aufklärung nach Tod von Asylbewerber gefordert

Nach dem Tod eines Asylbewerbers in Chemnitz mehren sich Forderungen nach einer umfassenden Aufklärung der genauen Umstände. So haben am Freitagabend laut einem Bericht der «Freien Presse» mehr als 200 Menschen in der Innenstadt des 31-Jährigen gedacht. Dabei hielten sie Bilder des Verstorbenen in den Händen - auf Plakaten hieß es «Justice for Bilal» (Gerechtigkeit für Bilal) und «Euer Schweigen tötet».

Der aus dem Libanon stammende Mann war in der Nacht zum 19. Mai in einer Chemnitzer Asylbewerberunterkunft gestorben. Zuvor soll er am Chemnitzer Schlossteich in einen Streit geraten sein und ihm jemand eine Flasche auf den Kopf geschlagen haben. Laut Polizei hat es keine offensichtlichen Verletzungen gegeben, die auf eine Straftat hingedeutet hätten. Die Obduktion habe ergeben, dass der Mann an Erbrochenem erstickt sei. Die Ermittlungen dauerten an, betonte ein Polizeisprecher am Sonntag. So sei die Rechtsmedizin mit weiteren Untersuchungen beauftragt worden. Wann die Ergebnisse vorliegen, könne noch nicht gesagt werden.

In den täglichen Polizeiberichten wurde bislang nicht über die Todesfallermittlungen informiert. Begründet wird das von der Polizei damit, dass bisher nicht von einer Straftat ausgegangen wurde. Opferberater und Angehörige fordern derweil eine schnellere Aufklärung auch zu den Umständen in der Unterkunft. Berichten zufolge soll der Verstorbene Sicherheitspersonal nach einem Arzt gefragt haben, was ihm offensichtlich versagt geblieben ist. «Die Polizei muss Ursache und Umstände des Todes umfassend ermitteln», mahnten jüngst etwa die Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Sachsen via Twitter.

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