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Erinnerung an NSU-Opfer - Aufarbeitung nicht abgeschlossen

Claudia Roth (Die Grünen), Staatsministerin für Kultur, spricht ins Mikrofon. / Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archiv
Claudia Roth (Die Grünen), Staatsministerin für Kultur, spricht ins Mikrofon. / Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archiv

Elf Jahre nach der Selbstenttarnung der rechtsextremen Terrorzelle NSU ist in Zwickau an deren Opfer erinnert worden. An elf Gedenkbänken konnten Einwohner und Passanten innehalten, Blumen niederlegen und Kerzen anzünden. Das werde gut angenommen, hieß es am Nachmittag von den Organisatoren. Die Bänke waren von der Künstlergruppe Sternendekorateure gestaltet worden. Am Abend wollten Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Sachsens Justizministerin Katja Meier (beide Grüne) am Gedenkort für die Opfer im Schwanenteichpark einen Kranz niederlegen.

Das NSU-Kerntrio war nach seiner Flucht aus Jena zunächst in Chemnitz untergetaucht und hatte dann jahrelang bis zu seiner Selbstenttarnung 2011 unbehelligt in Zwickau gelebt. Die Terroristen sind für die Morde an acht türkischstämmigen und einem griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie an einer Polizistin verantwortlich.

«Die Morde des NSU gehören zu den schlimmsten rassistischen Gewalttaten in der Bundesrepublik Deutschland der jüngeren Zeitgeschichte», betonte Roth. Sie stünden auch für das damalige Versagen in Behörden und Politik, für die Erniedrigungen der Opfer und ihrer Angehörigen und für einen enormen Vertrauensverlust bei Menschen, die von rassistischer Gewalt betroffen seien. «Die Aufarbeitung all der Dimensionen dieser Verbrechen ist längst nicht abgeschlossen.»

Sachsen sei sich seiner besonderen Verantwortung für die politische Aufarbeitung des NSU-Terrors und des Vertrauensverlustes durch das Versagen staatlicher Institutionen bewusst, versicherte Meier. «Gerade in Sachsen müssen wir gegen Rassismus vorgehen und aktiv unsere Demokratie stärken.» Sie bekräftigte den Willen, einen Erinnerungsort und ein Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex zu schaffen. Den Angaben zufolge plant Roth zudem mit den Bundesländern ein virtuelles Archiv zu Rechtsterrorismus.

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