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Eichenprozessionsspinner: Anstieg der Population erwartet

Ein Eichenprozessionsspinner frisst Löcher in das Blatt einer am Straßenrand wachsenden Eiche. / Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild
Ein Eichenprozessionsspinner frisst Löcher in das Blatt einer am Straßenrand wachsenden Eiche. / Foto: Soeren Stache/dpa/Archivbild

Die Härchen des Eichenprozessionsspinners verursachen Juckreiz, manchmal sogar Atemnot. Die Schmetterlingsart ist in Sachsen auf dem Vormarsch. Der Grund ist vor allem der Klimawandel.

Nach dem trockenen und warmen Winter rechnen Experten in Sachsen mit einem Anstieg der Population des Eichenprozessionsspinners. Die klimatischen Verhältnisse kämen den Lebensraumansprüchen dieser Schmetterlingsart entgegen, sagte Renke Coordes von Sachsenforst. Er erwartet sowohl einen Anstieg der Populationsdichte als auch eine Ausbreitung auf bislang nicht betroffene Waldgebiete.

Coordes geht von einer stetigen, aber relativ langsamen Ausbreitung aus, da Eichen nur zu etwa neun Prozent an der Baumartenverteilung im Freistaat Sachsen beteiligt sind und ihr Vorkommen sich zudem in bestimmten Waldgebieten konzentriert. «Infolge des Waldumbaus wird der Anteil von Eichen als potenzielle Nahrungsbäume für die Raupen des Eichenprozessionsspinners jedoch perspektivisch zunehmen». Als wärmeliebende Art werde der Eichenprozessionsspinner aber auf absehbare Zeit kaum die Höhenschwelle des Hügellandes überschreiten. Besondere Maßnahmen zur Bekämpfung der Raupen sind von Sachsenforst nicht geplant.

Am weitesten verbreitet gewesen sei der Schädling im Vorjahr im wärmebetonten Elbland im Raum Dresden sowie in den trocken-warmen Tieflandgebieten im Landkreis Nordsachsen sowie in den angrenzenden Bereichen des Landkreises Leipzig. Die Nachweise beruhen laut Sachsenforst auf dem eigenen Monitoring und den unteren Forstbehörden bei den Landkreisen und Kreisfreien Städten mittels Pheromonfallen sowie der Erfassung von Nachweisen von Gespinsten und Raupen.

Die Eichenprozessionsspinner versuchen mit ihrem Schlüpfen den Austrieb der Eichen abzupassen - dann fressen sie die jungen Eichenblätter. Die ersten beiden Larvenstadien sind für Menschen allerdings noch ungefährlich, wie Coordes erläuterte. Erst der Kontakt mit den giftigen Haaren der Raupen kann schwere Hautirritationen, Augenreizungen, Atembeschwerden und allergische Reaktionen auslösen. Diese Phase wird Ende Mai und im Juni erwartet.

Seinen Namen hat der Schädling, weil er nachts als Prozession vom Nest in die Baumkrone krabbelt und dort frisst. Tagsüber versteckt er sich in seinen Nestern. Wer dennoch auf Eichenprozessionsspinner trifft, sollte seine Kleidung wechseln und gründlich waschen. Außerdem sollten die Fälle den zuständigen Gesundheitsämtern gemeldet werden.

Sachsens Wälder erstrecken sich auf mehr als 520.000 Hektar. Das sind 28 Prozent der Landesfläche. Mehr als 200.000 Hektar Wald gehören dem Land (39 Prozent) und werden vom Staatsbetrieb Sachsenforst bewirtschaftet. Knapp 45 Prozent des Waldes sind in Privatbesitz.

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