War es das nun, FC Erzgebirge Aue? Die 0:3-Niederlage der «Veilchen» am Freitagabend gegen den Karlsruher SC tat dem Team von Trainer Pavel Dotchev sehr weh. Vor allem auch deshalb, weil sie ein Spiegelbild der gesamten Saison darstellte, was Dotchev auf einen Nenner zusammenfasste: «Mit dem Gegentor brach die Mannschaft zusammen. Die Mutlosigkeit übertrug sich von Spieler zu Spieler. Mit dem 0:1 war das Spiel entschieden.»
Was die Partie in jedem Fall zeigte: Der FC Erzgebirge ist Zweitliga-tauglich, wenn man die Effizienz des Angriffs einmal außen vor lässt. Wie die Sachsen 50 Minuten lang den KSC bespielten, wie sie gegen ihn verteidigten, ihn mit verschiedenen taktischen Mitteln erst gar nicht in seinen Rhythmus kommen ließen, wie sie ihn unter Druck setzten und Torchancen kreierten, war sehenswert und hatte Niveau.
Doch was nützt es, wenn man keine Tore markiert? Klar: Der FC Erzgebirge war in der 2. Bundesliga noch nie eine Torfabrik. 49 Treffer in 34 Spielen, also ein Schnitt von 1,44, waren in den Spielzeiten 2004/2005 und 2007/2008 Vereinsbestwert. In den vergangenen beiden Spielzeiten traf man immerhin noch 46 beziehungsweise 44 Mal. Aber da hatte man auch noch Florian Krüger und Pascal Testroet. Die beiden Stürmer garantierten im sehr starken Zusammenspiel die nötigen Treffer. Ohne sie - Krüger hatte eine Ausstiegsklausel und wechselte in die Bundesliga zu Arminia Bielefeld, Testroet war vom neuverpflichteten Trainer Aljaksej Shpileuski nicht mehr erwünscht und schießt jetzt Tore für Liga-Konkurrent SV Sandhausen - geht gerade nichts. 22 Mal trafen die «Veilchen» in 26 Spielen. Viel zu wenig, um Punkte zu holen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass man über acht Stürmer verfügt.