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Schonungsloser Werner über Krise: «Müssen dringend gewinnen»

Timo Werner (l-r), Dani Olmo und Emil Forsberg von RB Leipzig nach der Niederlage. / Foto: Andreas Gora/dpa
Timo Werner (l-r), Dani Olmo und Emil Forsberg von RB Leipzig nach der Niederlage. / Foto: Andreas Gora/dpa

Auch der große Frust über den verwehrten Elfmeter hinderte Timo Werner nicht an einer schonungslosen Analyse der Leipziger Start-Krise. «Bei aller Liebe vor den Mannschaften, die drei Spiele hätten wir eigentlich auch gewinnen können und haben aus solchen Spielen zwei Punkte. Das ist wahrscheinlich nicht genug», schlug Werner gleich den Bogen von den Remis beim VfB Stuttgart (1:1) und gegen den 1. FC Köln (2:2) zum ernüchternden 1:2 bei Union Berlin.

«Ich will ja nicht sagen, dass harte Zeiten auf uns zukommen, aber ich glaube, wir müssen dringend mal ein Spiel gewinnen», forderte der Fußball-Nationalspieler am Samstagabend nach der Niederlage in der Hauptstadt.

Die harsche Wortwahl von Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, der schon vor der Pleite in Köpenick fundamentale Kritik geäußert hatte, bestätigte Werner nun. «Beschissen» sei vielleicht ein sehr hartes Wort, meinte Werner. Aber: «Im Endeffekt war es ja ein beschissener Start», sagte der 26 Jahre alte Stürmer über die zwei mageren Punkte nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga.

Abwehrchef Willi Orban deutete Fitness-Defizite an, die man auch als interne Kritik auffassen konnte. «Man sieht, dass einige noch nicht auf dem Top-Level sind, da fehlen ein paar Prozent und dann reicht es eben nicht, gerade gegen physisch gute Mannschaften. Da müssen wir schauen, dass wir jeden Spieler auf das Top-Level kriegen. Das wird ganz wichtig sein», forderte der Torschütze zum letztlich nutzlosen Anschluss mit Blick auf die nächste Partie gegen den ebenfalls noch sieglosen VfL Wolfsburg am kommenden Samstag.

Bei der Spurensuche nach den Gründen für die vierte 1:2-Niederlage in der Bundesliga gegen Union in Serie gingen Werner und Orban ziemlich weit. Trainer Domenico Tedesco wirkte wie immer nüchtern, souverän und glatt, als halte er einen Vortrag auf einem Manager-Seminar. 20 sehr schlechte Minuten monierte er, er hätte gerne noch mehr Ballbesitz gesehen, für Stress oder gar Panik gab es aber keine Anzeichen.

Auf die Kommunikation mit Boss Mintzlaff wollte er auch nicht mehr eingehen. «Ich wurde in allen Interviews danach befragt, es ist bei uns kein Thema, es wird versucht, fokussiert zu arbeiten. Das schaffen wir auch nächste Woche», versprach Tedesco, der dann doch in einem Moment überrascht wirkte, als Orban von einem Kabinenbesuch von Club-Chef Mintzlaff unter der Woche berichtete, von dem er offenbar nichts wusste.

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