Die Dresdner Eisschnellläuferin Josephine Schlörb wird bei den am Freitag beginnenden Olympischen Winterspielen in Mailand nicht mit ihren gewohnten Schuhen antreten können. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verbot der 22-Jährigen, wie sie angab, die Nutzung wegen der aufgedruckten Botschaften.
«Auf meinem alten Maßschuh hatte ich relativ viele Statements aufgedruckt. Zum Beispiel: Hass ist keine Meinung. Diskriminierung ist ein Verbrechen», erklärte Schlörb gegenüber der «Sächsischen Zeitung». Aus diesem Grund hatte die Vize-Europameisterin von 2024 frühzeitig Kontakt zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) aufgenommen.
Keine Politik im Wettkampf
Knapp ein halbes Jahr später folgte das Verbot des IOC mit Verweis auf Regel 50 der olympischen Charta. Das Wettkampffeld «muss komplett frei von politischen Gedanken sein. Du darfst drumherum alles machen, alles tragen, alles sagen – aber beim Wettkampf selbst darfst du keine politischen Statements bringen», so die Sportlerin vom Eislauf-Verein Dresden.
Daraufhin machte Schlörb die Aufschriften unkenntlich, doch diese Version wurde ihr zufolge ebenfalls vom IOC untersagt. Es könnte schließlich Nachfragen geben, was darauf gestanden hätte, hieß es.
Weltkarte aus «Respekt»
Schlörb entwarf ein neues Design und druckte eine Weltkarte aus dem Wort Respekt in verschiedenen Farben auf die Schuhe. Dies wurde vom IOC genehmigt, allerdings war es für Schlörb mit viel Arbeit verbunden. Sie musste nachweisen, dass alle Wörter tatsächlich «Respekt» bedeuten.
«Ich habe dafür extra eine Excel-Tabelle erstellt. Mit der wörtlichen Übersetzung, alternativen Übersetzungsmöglichkeiten und welche Quellen ich genutzt habe. Ich wollte wirklich auf Nummer sicher gehen», sagte die Athletin. Der neue Schuh ist ebenfalls maßgefertigt und Schlörb betonte, sie «liebe diesen Schuh». In der Teamverfolgung will Schlörb zusammen mit Lea Sophie Scholz und Josie Hofmann um die Medaillen mitlaufen.
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