Borussia Mönchengladbach wird das Thema Max Eberl nicht los. Am Ende einer bitteren Woche mit dem Pokal-Aus in Darmstadt, nur einem Punkt aus zwei Bundesligaspielen und den schweren Verletzungen der Schlüsselspieler Yann Sommer und Jonas Hofmann muss sich die Borussia mit heftiger Kritik des einstigen Sportchefs auseinandersetzen. Dass sich beide Seiten im Januar nicht im Guten getrennt hatten, war erst Tuschelthema der Fußball-Bundesliga - und wird nun klarer denn je.
«Mit mir hat sich jemand zu Wort gemeldet, der psychisch angeschlagen, der krank war - und ihm wird nicht geglaubt. Das ist das Problem!», sagte Eberl, der bald beim ungeliebten Konkurrenten RB Leipzig arbeiten wird, in einem bemerkenswerten Interview der «Welt am Sonntag» in der dritten Person. Er habe den Eindruck gehabt, «als habe man nicht wirklich verstanden, worum es mir geht - und vor allem: Wie es mir geht». Eberls Aussagen klingen verletzt, gekränkt. Und das auf großer Bühne.
Sein Gladbacher Sportchef-Nachfolger Roland Virkus - einer seiner damals engsten Mitarbeiter - offenbarte im Interview der Deutschen Presse-Agentur, seit Januar keinerlei Kontakt mit Eberl gehabt zu haben. Obwohl er einigen Gesprächsbedarf mit seinem Vorgänger habe. «Natürlich will ich mit Max im Nachgang ein paar Themen besprechen», sagte Virkus. «Wir hatten in den Jahren zuvor einen ganz engen Draht. Nachdem Max gegangen ist, habe ich ihn auch erst mal in Ruhe gelassen. Er hat ja auch einen Grund für seinen Abgang genannt: Weil er sich erschöpft fühlte. Dann lässt man einen Menschen auch erst mal in Ruhe.»