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Aue gefällt Rolle als Favoritenschreck

Dirk Schuster, Trainer vom FC Erzgebirge Aue. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
Dirk Schuster, Trainer vom FC Erzgebirge Aue. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Das 1:0 gegen Bochum bescherte den Aue-Profis ein paar freie Tage. Obwohl er selbst kein Tor erzielte, spielte Mittelfeldmann Louis Samson eine entscheidende Rolle.

Erst der Hamburger SV, dann der VfL Bochum und als nächstes Holstein Kiel? Der FC Erzgebirge Aue entwickelt sich zum Favoritenschreck der 2. Fußball-Bundesliga. Nach dem 3:3 gegen den HSV und dem 1:0 gegen Bochum will die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster am Samstag (13.00 Uhr/Sky) in Kiel gegen das nächste Spitzenteam überraschen und punkten.

Die Aue-Profis können die Aufgabe an der Ostsee mit 32 Punkten auf dem Konto ohne Druck und dazu auch noch ausgeruht angehen. Denn nach dem Sieg gegen Bochum zeigte sich Trainer Dirk Schuster spendabel und genehmigte seiner Mannschaft etwas mehr Freizeit. «Ich bin stolz auf die Leistung. Meine Spieler haben sich das mit viel Aufwand, sehr hoher Intensität, Kampfkraft und Leidenschaft verdient und haben dafür auch zweieinhalb Tage frei», sagte Schuster nach dem Erfolg am Freitagabend.

Kapitän Martin Männel und seine Teamkollegen müssen erst am Dienstag wieder zum Training im Erzgebirgsstadion erscheinen. Bis dahin kann sich Schuster auch schon Gedanken über den Matchplan für die Aufgabe in Kiel machen. Gegen Bochum hatten der Chefcoach und sein Trainerteam die richtigen Lösungen parat. Vor allem der Schachzug mit Louis Samson, der den torgefährlichen VfL-Regisseur Robert Zulj in Manndeckung nahm, funktionierte perfekt.

«Ich sollte ihn ärgern, bis er irgendwann keine Lust mehr hat. Ich denke, dass mir das ganz gut gelungen ist», sagte Samson beim TV-Sender Sky. «Irgendwann hat er zu mir gesagt, dass ich ihn wahrscheinlich bis in die Kabine verfolge. Ein besseres Lob kann man als Mittelfeld-Sechser nicht bekommen.»

Zwischen der 20. und 70. Minute dominierten die «Veilchen» die Partie und kamen durch Gaetan Bussmann (29.) zum Siegtor. Anschließend verpassten die Sachsen weitere Treffer. Dass Aue gegen die Aufstiegskandidaten zuletzt überzeugen konnte, erklärt sich Samson so: «Wir sind keine Ballbesitz-Mannschaft. Deshalb liegt es uns besser, gegen Teams zu spielen, die punkten müssen. Dass wir im Spiel gegen den Ball vor allem zu Hause eine eklige Truppe sind, weiß jeder. Hier fährt keiner gerne her.» Nun müssen die Auer in Kiel zeigen, dass sie auch auswärts zum Favoritenschreck werden können.

Kapitän Männel wird die Partie bei den Norddeutschen als neuer Rekordspieler des FC Erzgebirge bestreiten. Der 32 Jahre alte Torwart absolvierte gegen Bochum seinen 419. Pflichtspiel-Einsatz für Aue und löste damit den bisherigen Rekordhalter Holger Erler ab. «Ich hoffe, dass noch einige Spiele dazukommen. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass irgendwann der Tag kommt, wo mich jemand überholt», sagte Männel im MDR. «Das würde bedeuten, dass noch jemand anderes unseren Verein so sehr unterstützt und wertschätzt, wie ich das getan habe.»

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Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH