Die Sorben möchten zusätzliches Geld aus der Bund-Länder-Förderung auch zur Verbesserung der Sprachkompetenz nutzen. Denn nicht alle Sorben beherrschen ihre Sprache. «Wir möchten verstärkt und konkreter in die Sprachplanung gehen», sagte Dawid Statnik, Chef des Bundes Lausitzer Sorben. Das sei ein Prozess, der mehrere Bereiche umfasse. Zunächst müsse man den Status feststellen und erkunden, wo Sorbisch überall noch gesprochen wird. Zum zweiten gelte es die Aneignung von Sprache zu planen. «Die Schulen können es nicht alleine schaffen, wir müssen das Umfeld stärken. Man sollte Geld nicht nur in die bestehenden Institutionen stecken, sondern zusätzliche Maßnahmen im Bereich der Sprachbildung finanzieren», so Statnik. Mit zusätzlicher Förderung der Stiftung für das sorbische Volk gebe es erstmals nach der Wende die Möglichkeit für zusätzliche Stellen: «Das ist ein toller Erfolg. Das macht Mut auf mehr Handlungsspielraum.» Man werde das Geld aber auch verwenden, die Beschäftigen an der allgemeinen Tarifentwicklung zu beteiligen. Laut Statnik kommt es darauf an, Sprachangebote direkt vor Ort zu unterstützen. «Wir hatten über ein Jahr ein Experiment in Malschwitz (Malešecy), wo ein Sprachmotivator im Einsatz war. Er hat es geschafft, dass die Bewohner ihre Wurzeln wieder stärker wahrnehmen. Es gibt dort inzwischen Interesse an Sorbisch-Kursen. Jugendliche haben die Tradition des Maibaumwerfens aufgegriffen. Das gab es dort schon 20 Jahre nicht mehr.» Beim Maibaumwerfen laufen die Jungen im Dorf um die Wette, um den Titel des Maikönigs zu bekommen. Unlängst wurde bekannt, dass die Sorben-Stiftung mehr Geld vom Bund sowie den Ländern Brandenburg und Sachsen erhalten soll. Demnach soll sich die Förderung von derzeit 18,6 Millionen Euro auf jährlich 23,92 Millionen Euro erhöhen.