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Bericht: Kaum Aufstiegsmöglichkeiten

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Ein Bericht, laut dem sich die Armut in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten verfestigt hat, hat auch in Sachsen Kritik und Forderungen ausgelöst. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein in Armut lebender Mensch fünf Jahre später noch immer arm ist, stieg seit Ende der 1980er Jahre von 40 auf 70 Prozent, wie aus dem sechsten Armuts- und Reichtumsbericht hervorgeht, der am Mittwoch das Bundeskabinett passierte. Für Langzeitarbeitslose und Menschen in prekären Jobs gebe es zu wenige Aufstiegsmöglichkeiten, sagte Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD).

Die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) leitete ihr Statement mit einem Zitat des Dichters Bertolt Brecht aus dem Jahr 1934 ein. «Reicher Mann und armer Mann standen da und sah'n sich an. Und der arme sagte bleich, wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.» Die reichsten Menschen in Deutschland hätten ihr Vermögen in der Pandemie sogar noch vermehren können, während Menschen mit geringen Einkommen die größten Einkommenseinbußen zu verzeichnen hatten, erklärte Zimmermann.

«Zugleich befürchten arme Menschen am häufigsten, durch Corona den Arbeitsplatz zu verlieren. Auch langfristig gilt: Die Mitte schrumpft, während Armut und Reichtum zunehmen», betonte Zimmermann. Der Bericht lasse nichts Gutes ahnen. Man müsse nun verhindern, dass wie schon 2008/2009 erneut der ärmere Teil der Bevölkerung die Lasten der Wirtschaftskrise trage. «Stattdessen braucht es Umverteilung von oben nach unten durch eine einmaligen Vermögensabgabe und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer.»

«Die Aufstiegschancen aus den unteren sozialen Lagen sind in unserem Land in den letzten Jahrzehnten gesunken und verharren auf viel zu niedrigem Niveau», betonte die Leipziger SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe: «Wir sollten die Lebensleistung der Menschen mit mehr Steinen im Rucksack besser anerkennen und sie über adäquate (Weiter-)Bildungsangebote unterstützen.» Noch viel wichtiger sei ein partnerschaftlicher Sozialstaat, der dafür sorge, dass Lebenschancen genutzt werden können.

Der sechste Armuts- und Reichtumsbericht in der Langfassung

Der sechste Armuts- und Reichtumsbericht in der Kurzfassung

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH