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Wirtschaft gegen Mietpreisbremse: «Falscher Zeitpunkt»

Die geplante Mietpreisbremse in den Großstädten Leipzig und Dresden kommt nach Meinung des Verbands der Wohnungswirtschaft (VdW) Sachsen zum falschen Zeitpunkt. «Die aktuellen Leerstandszahlen zeigen klar und unmissverständlich, dass in ganz Sachsen - auch in den Metropolen - nach wie vor ausreichend Wohnraum vorhanden ist», sagte Verbandsdirektor Rainer Seifert laut Mitteilung. Heute (10.00 Uhr) will der Verband bei seiner Jahrespressekonferenz aktuelle Kennzahlen der Branche vorstellen.

Der Anteil der leerstehenden Wohnungen lag bei den im Verband organisierten Vermietern laut den Angaben auch im Jahr 2020 bei mehr als zehn Prozent. Auffällig ist das Stadt-Land-Gefälle: Im ländlichen Raum stehen demnach 14,3 Prozent der Wohnungen leer, in den Großstädten liegt der Anteil bei 5 Prozent. Im vergangenen Jahr sei der Leerstand in den Großstädten sogar leicht gestiegen (0,2 Prozentpunkte), heißt es in einer Mitteilung.

Angesichts dieser Zahlen kritisierte Seifert die geplante Mietpreisbremse scharf. Diese werde in den Großstädten nicht zu neuen Wohnungen führen. «Eine Mietpreisbremse für Dresden und Leipzig wirkt geradezu wie eine Einladung, noch mehr aus den ländlichen Regionen in die Städte abzuwandern.» Das werde die Leerstandszahlen im ländlichen Raum, der durch die demografische Entwicklung ohnehin stark gebeutelt sei, noch weiter in die Höhe treiben.

Sachsen hatte zuletzt Pläne zur Umsetzung einer Mietpreisbremse weiter vorangetrieben. Sie soll für Leipzig und Dresden regeln, dass die Miete bei einem neuen Mietvertrag nicht mehr als zehn Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete liegt. Der Erstbezug eines Neubaus ist ausgenommen.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH