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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Vier Monate Online-Pfarrerin der EKM: «Auf einem guten Weg»

Seit September ist Jennifer Scherf hauptberufliche Online-Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Seitdem hat sich schon einiges getan - doch Scherf hofft vor allem auf 2022.

Seit knapp vier Monaten ist Jennifer Scherf die einzige Online-Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) - und in dieser Zeit hat sich laut ihrer Einschätzung einiges bei der Online-Gemeinde verändert. Zwar sei der Wandel der Öffentlichkeitsarbeit erst im kommenden Frühjahr abgeschlossen, aber die Posts der Online-Kirche etwa bei Instagram seien bereits persönlicher geworden. «Bislang sind die Rückmeldungen, die wir für unsere Arbeit bekommen, sehr gut. Wir sind noch nicht da, wo wir hinkommen wollen, aber wir sind auf einem guten Weg.»

Um die Reichweite der Online-Gemeinde zu erweitern, setze sie auf die Projekte des kommenden Jahres. Dann soll es monatliche Themenwochen und Postcastfolgen geben. «Wir haben schon die Podcastfolgen für das kommende Jahr geplant und einen Namen gefunden: KirchGeflüster. Das Schönste an dem Namen ist, dass man bei Google nicht einen Eintrag dazu findet», sagt sie.

Geplant sind demnach Themen-Schwerpunkte wie Seenotrettung, Rassismus und der Klimawandel. «Ich habe schon einige Gäste für den Podcast gefunden: Anna Nicole Heinrich, die Präses der Kirchensynode, Theresa Brückner, Antje Schrupp und Heinrich Bedford-Strohm, der frühere EKD-Ratsvorsitzende, haben zugesagt.»

Sie freue sich, dass die Kirche die relevanten Fragen der Zeit angehe, sagte Scherf. «Ich glaube auch nicht, dass diese Themen nur jüngere Menschen ansprechen, das ist eher eine Frage des Typs. In der Online-Kirche sind die Menschen zwischen 18 und 80.» Ziel der Online-Gemeinde sei es, die Fragen, die sich gerade alle stellten, aufzunehmen und zu thematisieren - darunter auch die aktuelle Impfdebatte. «Wir setzen uns damit manchmal auch in die Nesseln, aber gleichzeitig wünsche ich mir auch von meiner Kirche, dass sie sich dazu positioniert.»

Die digitale Kirche wurde vor drei Jahren als Projekt der EKM gegründet, im Oktober wurde Scherf offiziell eingeführt. Sie folgt auf Pastor Ramón Seliger, der die Online-Gemeinde zuvor betreut hat. Scherf wuchs in Wolfsburg auf, absolvierte ihr Vikariat - den praktischen Teil der evangelischen Pfarrerausbildung - in Leipzig und lebt dort mit ihrer Familie. Beruflich war sie in den vergangenen Jahren bereits auf dem Gebiet der EKM unterwegs - als Pfarrerin in Leuna und im Unteren Geiseltal leistete sie klassische Gemeindearbeit.

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