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Melde- und Beratungsstelle zu Antisemitismus öffnet 2022

Für Opfer antisemitischer Gewalt startet 2022 eine Melde- und Beratungsstelle in Dresden. Nach einer Aufbauphase soll sie für ganz Sachsen erreichbar sein, teilte das Kultusministerium am Dienstag mit. «Nach wie vor gibt es eine Vielzahl antisemitischer Vorfälle», beklagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Teils blieben diese im Dunkeln, weil sie nicht gemeldet oder statistisch erfasst würden, wenn sie nicht strafrechtlich relevant seien.

Die Anlaufstelle für Betroffene soll hier Abhilfe schaffen und ihnen psychosoziale Beratung bieten. Auch Projekte zur Prävention würden angeboten. Als Träger hat sich der auf Antisemitismus spezialisierte Verein OFEK in einem Vergabeverfahren durchgesetzt. Der Aufbau werde vom Landesverband der Jüdischen Gemeinden begleitet, im März solle es eine öffentliche Auftaktveranstaltung geben, hieß es.

«Antisemitismus ist nicht "nur" ein historisches Phänomen, sondern eine reale Bedrohung», konstatierte die Leiterin des Trägervereins, Marina Chernivsky. Das Spektrum reiche von Diffamierungen und Sachbeschädigungen bis hin zu offener Gewalt.

Fachleute bemängeln schon lange, dass eine Vielzahl antisemitischer Vorfälle nicht in polizeilichen Statistiken auftauche. Eine in diesem Jahr vorgestellte Untersuchung des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus war für Sachsen auf 712 Fälle von Antisemitismus in den Jahren 2014 bis 2019 gekommen. Rund ein Viertel davon war den Angaben nach nicht in der Polizeistatistik enthalten, sondern nur aus anderen, zivilgesellschaftlichen Quellen bekannt.

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