In bestimmten Bereichen der Kultur müssen Bund und Länder nach Einschätzung der sächsischen Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) stärker zusammenarbeiten. «Provenienzforschung und Digitalisierung sind eine Riesenaufgabe für alle Länder, die kann keines allein lösen und da reicht auch die Projektförderung durch den Bund nicht aus», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. «Wir brauchen da Strukturen und Bundesgeld.» Nötig sei ein «kooperativer Föderalismus».
Laut Stange wird der innerhalb der Kulturministerkonferenz neu gebildete Kulturministerrat künftig dem Bund signalisieren, welche Unterstützung an welchen Stellen gewünscht ist. Die Kulturstiftung der Länder habe sich als Instrument beim gemeinsamen Ankauf national wertvollen Kulturgutes bewährt. Und das Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste erarbeite Regeln zu Umgang, Erforschung und Rückgabe des kolonialen Erbes. «Auch das betrifft ja nicht nur ein Bundesland, sondern die Bundesrepublik als Ganzes.»
Sachsen könne da viel Know-how einbringen. «Wenn wir wissen, welchem Volk die menschlichen Gebeine gehören und die entsprechenden Völker oder Gesellschaften noch identifizierbar sind, die einen rechtmäßigen Anspruch haben, wird auf alle Fälle zurückgegeben und gemeinsam erforscht», beschrieb sie das bewährte Vorgehen. Es gebe hierzulande Erfahrungen bei Erforschung und Rückgabe von Gebeinen.