Nachtbürgermeister sind mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich in Deutschland - die neu geschaffene Stelle des Fachbeauftragten für Nachtkultur in Leipzig soll sich von ihnen jedoch abheben. So sieht es zumindest Nils Fischer (29), der am Mittwoch in Leipzig in dieses Amt eingeführt wurde. «Ich will kein Nachtwächter sein und mich nicht nur um Lärmbeschwerden kümmern», sagte Fischer bei seiner Vorstellung am Mittwoch.
Er wolle ab Oktober für die Nachtszene Ansprechpartner sein und im wachsenden Leipzig dafür sorgen, dass die Clubs nicht durch Baumaßnahmen verdrängt würden. Passend dazu stellte er sich im Traditionsclub Distillery vor - der an das Gleisdreieck umziehen soll. Als wichtige Themen sieht Fischer auch die Öffnungsperspektiven der in der Corona-Pandemie stark gebeutelten Clubs.
Unter 119 Bewerberinnen und Bewerbern setzte sich Fischer nach Angaben der Stadt durch. Seine Stelle ist beim Kulturamt angesiedelt. Er soll aber auch Kontakt zu anderen Behörden wie dem Ordnungsamt halten. «Es ist wichtig, dass Sie die Eigenlogik der Stadtverwaltung verstehen», sagte Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke). Fischer erfülle diese Bedingung und kenne die Zwänge einer Stadt - er arbeitete nach seinem Studium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zuletzt im Kultur-Fachbereich der Saale-Stadt.