Für Sachsen sieht Europaministerin Katja Meier (Grüne) wegen des britischen EU-Austritts in der mindestens bis zum Jahresende laufenden Übergangsphase keine spürbaren Veränderungen. Bis dahin werde Großbritannien weiter im Wesentlichen wie ein Mitgliedsstaat behandelt, teilte das Europaministerium am Freitag in Dresden mit. Die Herausforderung bestehe nun vor allem darin, in kurzer Zeit ein Abkommen zu verhandeln, das den gewachsenen guten Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich gerecht werde. «Ich bedauere, dass das Vereinigte Königreich nicht mehr zur EU gehören wird. Ich denke hier an unsere gemeinsame über Jahrhunderte entwickelte Kultur, das friedliche grenzüberschreitende Zusammenleben und den Austausch zwischen den Menschen in allen kulturellen und wissenschaftlichen Bereichen», so Meier.
Großbritannien spielt auch wirtschaftlich eine Rolle für den Freistaat, es steht auf dem dritten Platz der wichtigsten Exportländer. Sachsen wolle daher weiterhin gute Handelsbeziehungen zu Großbritannien pflegen, erklärte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). «Der Freistaat steht an der Seite der sächsischen Unternehmen.» Um die Erschließung internationaler Märkte voranzutreiben, sind in diesem Jahr mehr als 150 Maßnahmen in gut 30 Ländern geplant.