Grünen-Chef Robert Habeck sieht in der künftigen Wasserversorgung in Deutschland ein drängendes Problem. Bei einem Besuch im Wasserwerk Dresden-Coschütz sprach er sich am Dienstag für eine bundesweite Bedarfsplanung aus. Wasser sei als Symbol des Lebens tief im kollektiven Gedächtnis der Menschen verankert, sagte Habeck. Er hatte sich am Vormittag über die Versorgungslage in der Stadt Dresden und in Ostsachsen informiert.
Frank Brinkmann, Vorstandsvorsitzender der Versorgungsunternehmen Enso und Drewag, stellte die Situation in Dresden und Ostsachsen dar, wo allein 48 Wasserversorger agieren. Die Strukturzersplitterung sei ein großes Problem. Die ostdeutschen Kommunen hätten nach der Wende ihren eigenen «Dorfversorger» haben wollen: «Jetzt wird es langsam kritisch.» Vielfach seien Verbundleitungen gekappt worden. Die Versorgungssicherheit werde aber in ganz Deutschland ein Thema. Sachsen will bis 2030 ein landesweites Wasserversorgungskonzept erstellen. Die Drewag-Manager halten diesen Zeitpunkt allerdings für zu spät. Nötig seien hydrologische Frühwarnsysteme und großräumige Verbundlösungen.