«Requiem für die AfD» heißt das Buch, mit dem die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry ihren im Herbst anstehenden Abgang von der politischen Bühne einleitet. «Abrechnung» hätte als Titel für das in einem eigens dafür gegründeten Verlag erscheinende Buch vielleicht noch besser gepasst. Petry hat der AfD 2017 direkt nach der Wahl den Rücken gekehrt und dann ohne Erfolg eine eigene Partei gegründet. Bevor sie nach der Wahl im September den Bundestag verlässt, teilt sie noch einmal richtig aus.
Bernd Lucke hat die AfD 2013 gegründet und ist 2015 ausgetreten, nachdem ihn Petry ausmanövriert hatte. Petry bescheinigt Lucke, ihm fehle «der natürliche Instinkt einer Führungskraft». Über Partei-Vize Beatrix von Storch sagt sie: «Ein Charmebolzen ist sie nie gewesen». Zu ihrer früheren Zusammenarbeit mit Jörg Meuthen, der nach Luckes Abgang als Co-Vorsitzender an ihrer Seite stand, schreibt Petry: «Es sollte noch lange dauern, bis ich begriff, wie einfach, fast banal mein Co-Sprecher funktionierte und wie wenig sein Verhalten mit politischem Verständnis zu tun hatte.»