Das sächsische Kabinett hat grünes Licht für Verhandlungen zur Rückübertragung des Eigentums an den Benin-Bronzen in den Völkerkundemuseen Leipzig und Dresden an Nigeria gegeben. Gemäß der am 1. Juli besiegelten Vereinbarung zwischen Deutschland und Nigeria werden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) und das Kulturministerium nach Angaben vom Dienstag mit der nigerianischen Seite über den künftigen Besitz, Leihgaben und Ausstellungen sowie weitere Kooperationen sprechen. Es solle gemeinsam ein Weg gefunden werden zum künftigen Umgang mit den 262 in den Staatlichen Ethnologischen Sammlungen (SES) befindlichen Kunstwerken, die unrechtmäßig aus dem damaligen Königreich Benin entwendet wurden.
«Die Rückübertragung des Eigentums der Benin-Bronzen ist ein wichtiger Schritt zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte», sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU). «Wir stellen uns gemeinsam mit anderen großen deutschen Museen unserer historischen Verantwortung.» Darüber hinaus eröffne sich die Chance für Kooperationen sächsischer und nigerianischer Museen. «Denn Kultur ist seit Jahrhunderten ein wichtiger Brückenbauer und die Grundlage für unsere Zusammenarbeit.»