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Malerfest: Barock-Zeitreise in der Sächsischen Schweiz

Neben Dresden verewigte der Künstler Bernardo Bellotto (1722-1780) auch Pirna und die Festung Königstein in Öl. Im 300. Geburtsjahr des Venezianers wird an diesem Wochenende beim Malerfest in der Sächsischen Schweiz die Zeit förmlich zurückgedreht. So können Festungsbesucher am Samstag zwischen Bauten wandeln, die einst Kulisse für ihn waren. Fünf großformatige Ansichten der Bergfestung schuf der Vedutenmaler zwischen 1756 und 1758 - zwei Reproduktionen an den einstigen Standorten spiegeln dessen Blick wieder. Bei einer Führung erfahren Besucher, wie Belotto seine Motive wählte und welches Gerät er zum Skizzieren nutzte: die Camera obscura. Eine solche kann auch ausprobiert werden.

Am Sonntag sollen rund 180 Laiendarsteller in historischen Kostümen die Altstadt von Pirna ins Barock zurückversetzen. Bellotto hatte auch diese Stadt östlich von Dresden einst auf Leinwand und grafisch verewigt. Historienvereine, Soldaten, Musiker oder Tänzerinnen, auch aus Tschechiens Nachbarregion Böhmen, begeben sich auf seine Spuren. Neben dem Maler sowie seiner Gattin und Muse werden nach Angaben der Stadt auch der Hofstaat aus Dresden mit Kurfürst August III., dessen Gemahlin und Premierminister Heinrich Graf von Brühl samt Boots-Flottille eintreffen und durch die Gassen wandeln.

Auch Preußen-König Friedrich II. und Zarin Katharina die Große sind als Gäste angekündigt. Für das Volk gibt es - wie damals üblich - Vogelschießen und Prunkgondeln auf der Elbe, wo Piraten lagern und historische Segelschiffe ankern sollen.

Bellotto, der sich selbst nach seinem berühmten Onkel Giovanni Antonio Canal Canaletto benannte, war zwischen 1753 und 1756 mehrfach in Pirna. Er schuf insgesamt elf Ansichten der Stadt - sogenannte Veduten - für Sachsens Kurfürsten sowie Stiche und Kopien für Brühl. Das Malerfest thematisiert diese Blütezeit, die mit dem Siebenjährigen Krieg endete. Die Pirna-Veduten von Bellotto kamen, wie die berühmten Dresdner Stadtansichten, in die fürstliche Sammlung.

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