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Expressionismus-Schau vereint «Brücke» und «Blauen Reiter»

Eine Frau betrachtet das Bild "Der schlafende Pechstein"  von Erich Heckel in Chemnitz. / Foto: Kristin Schmidt/dpa
Eine Frau betrachtet das Bild "Der schlafende Pechstein" von Erich Heckel in Chemnitz. / Foto: Kristin Schmidt/dpa

Mit einem kraftvollen Farbgewitter starten die Kunstsammlungen Chemnitz in den Frühling. Dazu vereint das Haus in einer Ausstellung rund 90 Gemälde sowie weitere Arbeiten und Exponate zu den Künstlergruppen «Brücke» und «Blauer Reiter». Beide Gruppen werden dabei nicht getrennt voneinander gezeigt, sondern unter verschiedenen Themen in Beziehung gesetzt. «Uns geht es um Dialog, Gemeinsamkeiten und Unterschiede», erläuterte Kuratorin Kerstin Drechsel. «Sie kannten sich, beobachteten sich, waren aber künstlerisch auch Konkurrenten.»

Die große Expressionismus-Schau setzt bei der Auseinandersetzung mit den internationalen Avantgarden um 1900 ein und den Einflüssen von Künstlern wie van Gogh auf die deutschen Expressionisten - etwa in Emil Noldes «Lesende Dame» oder Karl Schmidt-Rottluffs Landschaftsbild «Um die Mittagszeit». Danach geht es um Themen wie Atelier und Leben, das Frauenbild beider Gruppen, Großstadt sowie Inspiration aus außereuropäischen Kulturen. Unter der Rubrik Natur und Tier etwa wird Erich Heckels «Der schlafende Pechstein» ebenso gezeigt wie Franz Marcs Tierporträts: von der weißen Katze über die gelbe Kuh bis hin zu seinem blauen Fuchs.

Der Rundgang endet mit der Hinwendung zur Abstraktion beim «Blauen Reiter» in Zusammenhang mit der veränderten Wahrnehmung von Welt zu jener Zeit. Gezeigt werden dazu unter anderem Improvisationen Wassily Kandinskys, in denen er sich den Angaben zufolge mit seiner Idee einer Harmonielehre in der Kunst auseinandersetzt, der Farben und Formen folgen sollten.

Die Schau ist eine Kooperation mit dem Von der Heydt-Museum Wuppertal und dem Buchheim Museum in Bernried (Bayern) - in Wuppertal war sie bereits zuvor zu sehen. An jedem Standort müsse sie entsprechend der dortigen Räumlichkeiten anders konzipiert werden, betonte Drechsel. Dabei wird in Chemnitz auch auf ein intensives Farbkonzept gesetzt. Zudem verwies Generaldirektor Frédéric Bußmann auf biografische Bezüge einiger Künstler zur Region Chemnitz, etwa Karl Schmidt-Rottluff.

Die Ausstellung «Brücke und Blauer Reiter» ist ab diesem Wochenende für Besucher offen und bis 26. Juni zu sehen. Am Eröffnungswochenende ist der Eintritt frei, es wird stattdessen um Spenden für die Ukraine-Flüchtlingshilfe gebeten. Dabei mahnte Bußmann trotz der Empörung über «Putins Krieg», russische Künstler, die häufig in Opposition zu ihrem Präsidenten stünden, nicht gänzlich zu verdammen. Stattdessen gelte es, weiter für die Idee eines friedlichen Europas zu arbeiten. Er erinnerte daran, dass drei der in der Ausstellung vertretenen Künstler aus Russland stammten: Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky und Marianne von Werefkin.

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