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Kreative in Sachsen: Kooperation mit Industrie gegen Krise

Rückständige Digitalisierung oder verwirrende Corona-Hilfen: Die sächsische Kreativszene hat schwere Monate hinter sich. Die Zusammenarbeit mit der regionalen Industrie soll Abhilfe schaffen. Mit der Kulturhauptstadt Chemnitz gibt eine weitere Hoffnung.

Den rund 10.000 Angehörigen der Kultur- und Kreativwirtschaft im Freistaat soll die Zusammenarbeit mit Industriebranchen neue Impulse geben. Aktuell zeigten sich erste gelungene Kooperationen zwischen Künstlern und Firmen, sagte Boris Kaiser von der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH am Dienstag bei einem Treffen der Kreativszene in Plauen (Vogtland). Seit zweieinhalb Jahren laufe das mit zwei Millionen Euro geförderte EU-Projekt InduCCI, das Industrie und Kreative in Südwestsachsen zusammenbringen soll.

Der Kreativszene gehe es im zweiten Jahr der Pandemie erwartungsgemäß schlecht, ergänzte Christian Rost vom Bundesverband Kreative Deutschland. «Corona hat wie ein Brennglas auf die Versäumnisse der letzten Jahre gewirkt.» Eine rückständige Digitalisierung und die unsichere Altersvorsorge gehörten zu den drängenden Problemen, die in den zurückliegenden Jahren liegengeblieben seien. Dazu kämen verwirrende Corona-Hilfen. «Beim Treffen in Plauen wollen wir Forderungen für die neue Bundesregierung formulieren», erklärt Rost.

Klangschalen einer Künstlerin, die dann in einem Industrieunternehmen hergestellt werden oder eine Designerin, die Räume mit beruhigender Wirkung in Psychiatrien oder Gefängnissen ausstattet: Das seien Beispiele, wie industriell-kreative Zusammenarbeit zukünftig aussehen könnte, sagte Katja Großer von der Organisation Kreatives Sachsen, die Projektpartner bei InduCCI ist. «Überhaupt liegt in dem Bereich Materialforschung und dem Umgang mit neuen Werkstoffen großes Potenzial», so Großer.

Boris Kaiser zufolge könnten die Ergebnisse von InduCCI in Kulturhauptstadt-Projekte in Chemnitz münden. 500 Unternehmen der Branche zähle allein das Vogtland, dem Austragungsort des Treffens, ergänzt Großer. Dazu gehörten Bereiche wie Architektur, Design und Kunsthandwerk. «Wir sehen den Trend, dass Kreative aus Städten in ihre ländliche Heimat zurückkehren und ihre Ideen dort einbringen». Prognosen zufolge dürfte die Branche in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Kreatives Sachsen

Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e. V.

Bundesverband Kreative Deutschland e. V.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH