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Karneval in Coronazeiten: Online-Veranstaltungen und Sorgen

Die Musikanten «Gaudimu» vom «Karneval-Club Annahütte 1948» gehen mit im «Zug der fröhlichen Leute» im Jahr 2020 in der Innenstadt. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Die Musikanten «Gaudimu» vom «Karneval-Club Annahütte 1948» gehen mit im «Zug der fröhlichen Leute» im Jahr 2020 in der Innenstadt. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Das närrische Treiben in Festsälen und bei Straßenumzügen fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie in Sachsen aus - vor allem beim Blick in die Bilanzen wird so manchem Verein die Feierlaune auch vergehen. «Wirtschaftlich ist der Schaden riesig, kann derzeit aber noch nicht beziffert werden», sagte Michael Rohde, der Sprecher des Verbandes Sächsischer Carneval. Einige, vor allem kleinere Vereine, werde es in der kommenden Saison wohl nicht mehr geben, weil deren Haupteinnahmequelle wegfalle. Dem Dachverband haben sich in Sachsen 187 Vereine angeschlossen, darüber hinaus gibt es aber eine Vielzahl weiterer Vereine.

«Karneval ist wie Weihnachten, das wird nicht einfach abgesagt», betonte Rohde mit etwas Trotz. Die Vereine seien kreativ und es gebe Online-Veranstaltungen, Kostüme werden mit Hilfe von Bildern in den sozialen Netzwerken prämiert. «Leid tut es mir vor allem für die etwa 10 000 Ehrenamtlichen, die monatelang den Karneval planen und für die der Fasching der Höhepunkt des Jahres ist», erläuterte Rohde.

Auch Sachsens größter Umzug in Radeburg wurde frühzeitig abgesagt. «Dadurch konnten die Kosten im Rahmen bleiben und mit Hilfe von Rücklagen aus den Vorjahren ist unser Verein nicht in finanzielle Schieflage geraten», sagte der Vorsitzende des Carnevalsklubs Radeburg Olaf Häßlich. Stattdessen gab es eine virtuelle Prunksitzung mit aktuellen Einspielern und Ausschnitten aus der Vergangenheit. Häßlich selbst moderierte die Veranstaltung aus seiner Küche mit immer wechselnden Kostümen.

Die Vereine seien durch die Ausfälle schwer gebeutelt und alle hofften, dass bald wieder Normalität einkehre, erläuterte Häßlich. Er betonte aber auch: Obwohl der Karneval die «schönste Sache der Welt» sei, gebe es derzeit wichtigere Dinge. «Wenn im nächsten Jahr nochmals wegen der Corona-Pandemie nochmals alle Veranstaltungen abgesagt werden müssten, haben wir in Deutschland auch andere Probleme als über Fasching nachzudenken.»

Noch geheim sind die Inhalte des digitalen Umzugs in Leipzig. «Auf jeden Fall wird das Maskottchen des Leipziger Karnevals, die Löwin Leila, den Umzug anführen», verriet Cathleen Keller, Vizepräsidentin des Förderkomitees Leipziger Karneval. Veröffentlicht werden die Aufnahmen am 14. Februar, dem Termin des ursprünglich geplanten Rosensonntagsumzugs. Die am 11. November eroberten Rathausschlüssel werden an Aschermittwoch (17. Februar) zurückgegeben.

Finanziell trifft der Ausfall der Umzüge und Veranstaltungen die Vereine sehr hart, erläuterte Keller. Die Sponsorengelder fielen weg und es gebe laufende Kosten wie die Mieten für die Häuser. «Derzeit wird vieles aus privater Hand getragen. Das geht aber nicht lange gut», betonte Keller.

Dank der Rücklagen ist auch der Wittichenauer Karnevalsverein in der Oberlausitz noch gut aufgestellt. «Und als Ersatz für die ausgefallenen Veranstaltungen gab es einen vereinsinternen virtuellen Abend mit kleinen Einspielern, Büttenreden und Musik», erläuterte Vereinspräsident Mathias Glaab. Zudem rief er die Menschen auf, am Rosensonntag die Häuser von außen zu schmücken und Fahnen herauszuhängen.

Homepage Wittichenauer Karnevalsverein

Homepage Radeburger Carnevals-Club

Homepage Verband Sächischer Carneval

Homepage Förderkomitee Leipziger Karneval

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH