Wie funktioniert sorbisches/wendisches Leben im Alltag, wie wird die Sprache gefördert und wie die Kultur gepflegt? Darüber will sich an diesem Donnerstag im Auftrag des Europarates eine internationale Expertengruppe in der Lausitz informieren.
Der beratende Ausschuss für das Rahmenabkommen zum Schutz nationaler Minderheiten kommt im Zuge eines Monitoring-Besuchs in die Region. Hartmut Leipner, der Vize-Vorsitzende des sorbischen/wendischen Dachverbandes Domowina, sieht die Gäste auch als «Rückenwind» für das Großprojekt der Sprachrevitalisierung. Gespräche der Experten mit der Landesregierung und dem Bund folgen in den kommenden Tagen.
Die europäischen Gäste besuchen unter anderem die Kita Mato Rizo in Cottbus, die bilinguale Erziehung anbietet. Nach Angaben der Einrichtung hören und lernen Kinder in altersgemischten Gruppen die sorbische Sprache von den Erzieherinnen, aber auch die jüngeren von den älteren Kindern.
So können sie sich auch ohne Sorbisch-Vorkenntnisse die Sprache dem Alter entsprechend aneignen. Zudem werden sie mit den sorbischen/wendischen Bräuchen und Sitten und deren Bedeutung vertraut gemacht. Zu besonderen Anlässen ziehen die Kinder die niedersorbische Tracht an und wachsen so in eine natürliche Beziehung zu den Traditionen ihrer Region hinein.