Es wirkt wie eine Punktlandung: Ein Jahr nach der Verleihung des Welterbetitels für die Montanregion Erzgebirge/Krušnohori beleuchtet Freiberg das im Zusammenhang mit dem Bergbau wenig beachtete Thema der Altersvorsorge in Deutschland. Mit der Schau «Vom Gnadengroschen zur Rentenformel» wird von diesem Samstag an im Stadt- und Bergbaumuseum der Beginn der sozialen Absicherung durch die so genannten Büchsenpfennige der Bergleute bis hin zum heutigen Rentensystem aufgezeigt. Die Entwicklung werde am Beispiel der Knappschaft aufgezeigt, sagt Museumsdirektorin Andrea Riedel am Freitag vor Medienvertretern.
Knappschaften sind im Ursprung Zusammenschlüsse von Bergleuten eines Reviers oder Bergwerkes, um ihre Interessen geschlossen zu vertreten und sich gegenseitig bei Krankheit oder im Alter abzusichern. «Die Knappschaft wurde 1426 in Freiberg geprägt», sagt Riedel.
Dass die Schau zum ersten Welterbe-Jahrestag öffnet, ist Zufall, aber passend. Coronabedingt war die für April geplante Eröffnung verschoben worden. Der Welterbetitel begründe sich auf die montanische Vergangenheit, sagt Bürgermeister Holger Reuter (CDU). «Die Rentenversicherung der Bergleute gehört dazu», betont er.