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Dresdner Schau zu Kochkunst und Tafelkultur in Deutschland

Eine Frau hält einen Salzstreuer. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/Archivbild
Eine Frau hält einen Salzstreuer. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/Archivbild

Das «deutsche Küchenwunder» steht im Zentrum einer Online-Ausstellung der Sächsischen Landesbibliothek (SLUB) und der TU Dresden zur Kochkunst und exquisiten Tafelkultur der Bundesrepublik. Sie gibt Einblick in den Nachlass von Wolfgang Siebeck, den die SLUB im Sommer 2018 übernahm, wie Vizedirektorin Julia Meyer am Mittwoch bei der virtuellen Eröffnung sagte. «Wolfram Siebeck und das Deutsche Küchenwunder» soll erstmals Bestände und Erkenntnisse zur Kulinarik weltweit zugänglich machen und zugleich Forschung anregen, sagte Ernährungshistoriker Josef Matzerath, der seit Jahren mit Professur an der TU forscht und Material sammelt.

Rektorin Ursula Staudinger verwies auf die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende Tradition von Kochkunst und Tafelkultur in Dresden. Der Siebeck-Nachlass sei zentraler Baustein für die Dokumentation der kulinarischen Entwicklung seit den 1970er Jahren und ergänze «den in Deutschland wohl einmaligen Sammlungsschwerpunkt Kulinaria».

Siebeck (1928-2016) hatte den Begriff «Küchenwunder» in den 1970er Jahren angesichts der Zunahme von Gourmetrestaurants geprägt. Er habe seinem Publikum Kochkunst und Tafelkultur «mit Humor und Biss» nähergebracht und mit der Gastrokritik als streitbarer Form kultureller Selbstreflexion polarisiert.

Die Schau zeigt laut Matzerath «das Schönste und Wichtigste» aus Siebecks Nachlass. Per Mausklick geht es durch das Küchenwunder, von der Vorgeschichte über Entstehung und kulinarische Ästhetik bis zu neuen Kochstilen, und die Berichterstattung darüber - von den Anfängen kulinarischer Öffentlichkeit bis zum medialen Wandel. Ein Kapitel ist dem «Kulinarliterat» Siebeck gewidmet, mit privaten Fotos, Videos und Dokumenten, auch aus seiner Zeit als Journalist, sowie Karikaturen, die er zeichnete.

Die Palette der Exponate in digitalen Vitrinen reicht von Fotos der «Küchenbrigaden» aus Hotels und Restaurants über Videos mit Kommentaren von Zeitzeugen und Dokumenten bis zu den «Köchen des deutschen Küchenwunders Heinz Winkler, Harald Wohlfahrt, Eckart Witzigmann oder Jörg Müller, inszeniert in goldenen Bilderrahmen - laut Matzerath eine «Art Hale of fame».

Link zur Ausstellung

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH