Die verurteilte NSU-Terroristin Beate Zschäpe hat als Zeugin in einem Prozess gegen eine mutmaßliche Vertraute stundenlang ausgesagt - und Reue gezeigt. «Ich schäme mich», sagte die inzwischen 50-Jährige bei ihrer detaillierten Zeugenaussage vor dem Oberlandesgericht Dresden. Sie habe ihre Verurteilung von 2018 inzwischen in vollem Umfang angenommen, das habe aber eine Weile gedauert.
Es war der erste öffentliche Auftritt der NSU-Terroristin seit ihrer Verurteilung zu lebenslanger Haft. Erst im Prozess habe sie angefangen, ihre Schuld einzusehen, sagte Zschäpe. Die Banküberfälle ihres Trios - neben ihr gehörten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos dazu - habe sie als weniger schlimm betrachtet.
Die Auswirkungen ihrer Taten auf Zeugen habe sie erst durch die Aussagen bei Gericht verstanden. Ein Zeuge habe etwa nicht mehr arbeiten können. «Natürlich macht das was mit einem», sagte Zschäpe. Zu Opfern und Angehörigen habe sie keinen Kontakt aufgenommen. «Ich würde das als übergriffig empfinden», sagte Zschäpe.