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Mordprozess um tödliche Messerattacke von Dresden beginnt

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild

Heute beginnt der Prozess gegen einen Mann am Oberlandesgericht Dresden, der aus radikal-islamistischer Gesinnung am Einheits-Wochenende 2020 in der Dresdner Altstadt zwei Touristen mit einem Messer attackiert und einen von ihnen getötet haben soll. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 21-jährigen Syrer Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Er habe die beiden Männer als «Repräsentanten einer vom ihm als "ungläubig" abgelehnten freiheitlichen und offenen Gesellschaftsordnung mit dem Tode» bestrafen wollen.

Der junge Mann kennt den für Staatsschutzverfahren genutzten und besonders gesicherten Gerichtssaal schon - 2018 war er dort unter anderem wegen Werbens um Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu einer Jugendstrafe verurteilt worden.

Wenige Tage nach seiner Haftentlassung dann soll er am 4. Oktober 2020 auf zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen eingestochen haben. Ein 55-jähriger aus Krefeld starb kurz darauf im Krankenhaus, ein 53-Jähriger aus Köln überlebte schwer verletzt. Er ist Nebenkläger in dem Verfahren, für das der Staatsschutzsenat bis Ende Mai zwölf Verhandlungstermine geplant hat.

Der Beschuldigte konnte zunächst unerkannt entkommen, das Motiv der Tat war unklar. Der seit 2015 in Deutschland geduldete Asylbewerber war knapp drei Wochen später gefasst worden und ist in Untersuchungshaft. Im ersten Prozess war er von einem Gutachter als IS-Anhänger bezeichnet worden. Der damals 18-Jährige hatte sich selbst vor Gericht auch zu einem möglichen von ihm im Sommer 2017 in groben Umrissen angedachten Anschlag in Dresden geäußert.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH