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Missbrauch in Kita: Ex-Mitarbeiter zu Haftstrafe verurteilt

Hinweisschild am Landgericht Dresden. Foto: Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild/dpa
Hinweisschild am Landgericht Dresden. Foto: Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild/dpa

Ein früherer Mitarbeiter einer Dresdner Kita ist wegen zigfachen und auch schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vom Landgericht Dresden verurteilt worden. Die Jugendschutzkammer sah die Vorwürfe als erwiesen an und verhängte am Freitag eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und acht Monaten für den 28-Jährigen, der alle Taten gestanden und sich im Prozess dafür entschuldigt hatte. Damit folgte sie der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung plädierte zuvor auf fünf Jahre Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der aus Sachsen-Anhalt stammende Mann hat zwischen August 2018 und Oktober 2020 sexuelle Handlungen an sechs zur Tatzeit zwei- bis dreijährigen Mädchen vorgenommen und dabei meist gefilmt oder fotografiert. Dabei ging er nach Überzeugung der Kammer strategisch vor und bewarb sich gezielt in der Kita, wie die Vorsitzende Richterin Monika Müller sagte. Aber man habe es ihm auch leicht gemacht. So war er beim Mittagsschlaf der Kinder mit ihnen allein und hatte - trotz Verbots in der Einrichtung - sein Handy dabei.

Der Deutsche war dort Sozialassistent und hat nach Aussagen von Erzieherinnen eine den Kindern zugewandte Art gehabt, niemand habe ihm so etwas angemerkt. Er habe Gelegenheiten genutzt, sei für seine Taten aber nicht ins Risiko gegangen, sagte ein psychiatrischer Sachverständiger im Prozess. In seinem abschließenden Wort versicherte der Angeklagte, sich den Folgen seines Tuns zu stellen und eine Therapie zu machen.

Im Zuge von Ermittlungen nach Hinweisen von Eltern war herausgekommen, dass der Mann schon zwischen Juli 2013 und August 2015 eine damals Acht- bis Zehnjährige aus seinem Bekanntenkreis missbraucht und dabei gefilmt hat. Er soll zudem Kinderpornografie besessen haben. Der seit Jahren in Dresden lebende Mann ist nicht vorbestraft und seit Januar in Untersuchungshaft.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH