Der mutmaßliche Attentäter vom Holocaust-Mahnmal in Berlin hat vor dem Berliner Kammergericht Einblicke in sein Leben gegeben und zu weiteren Fragen Stellung genommen. Der 20-Jährige, der einen spanischen Besucher der Gedenkstätte mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben soll, sagte, den Begriff Holocaust habe er erst gehört, als man ihm im Beisein eines Dolmetschers den Vorwurf gemacht habe. Vorher habe er es nicht gewusst. «Wenn ich es gewusst hätte, wäre ich dem Ort nicht nähergekommen», sagte der Angeklagte.
Der inzwischen 20-Jährige hat sich in dem sein Ende November 2025 laufenden Prozess bislang nicht zur Tat geäußert. Möglicherweise werde er sich an einem der nächsten Verhandlungstage zu den Vorwürfen äußern, sagte der Verteidiger am Rande.
Die Bundesanwaltschaft geht von einer radikal-islamistisch und antisemitisch motivierten Tat aus. Sie wirft dem jungen Syrer versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und versuchte Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Er habe im Namen des «Islamischen Staats» (IS) einen Angriff auf einen Menschen begehen und diesen töten wollen, heißt es laut Anklage.