Für Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sind sichere Innenstädte ein zentrales Anliegen von Politik, Justiz, Polizei und Kommunen. Man dürfe nicht zuschauen, wie zentrale Plätze, die für das gesellschaftliche Zusammenleben eine ganz besondere Bedeutung hätten, abrutschten und von der Kriminalität eingenommen würden, sagte er bei einem Besuch der Citywache in Dresden. Dort sind Stadt und Polizei gemeinsam an einem Kriminalitätsschwerpunkt präsent. «Wir wollen unsere Innenstädte nicht der Kriminalität überlassen», so Dobrindt.
Polizeipräsident erläutert Konzept der Citywache
Dresdens Polizeipräsident Lutz Rodig gab Dobrindt einen Überblick zur Kriminalitätslage am Wiener Platz. Dort gibt es seit Mai dieses Jahres eine Citywache als Zentrum für Prävention und Sicherheit. Sie ist von Montag bis Freitag von 13.30 Uhr bis 20.30 Uhr geöffnet und mit Ansprechpartnern von Polizei und Stadt besetzt. Auch Anzeigen können dort aufgegeben werden. «Wir haben vor, das Thema Videoüberwachung auf den Weg zu bringen - wenn es geht, mit KI.»
Bis zu 80 Prozent der Drogen-Straftäter am Wiener Platz Migranten
Laut Rodig gibt es auf dem Wiener Platz seit 2014 eine offene Drogenanbieter-Szene. Während der Corona-Pandemie habe sich die Lage beruhigt, aber schon im Herbst 2022 sei der Brennpunkt wieder in voller Stärke aufgeflammt. Man habe es verstärkt mit Straftaten zu tun - Drogen, Körperverletzungen, Raub und Diebstahl in den angrenzenden Geschäften. Die Ladenbesitzer seien unzufrieden und erwarteten von der Polizei und Stadt Maßnahmen. Bei Drogendelikten seien bis zu 80 Prozent der Betroffenen Migranten.
«Die Kriminalität in unseren Innenstädten nehme ich sehr ernst – als Justizministerin, aber auch als Dresdnerin und Mutter von zwei Kindern», erklärte die sächsische Justizministerin Constanze Geiert (CDU), die zu Dobrindts Kurzvisite kam. «Wenn Menschen sich im öffentlichen Raum zunehmend nicht mehr sicher fühlen, ist das ein deutlicher Handlungsauftrag für die Politik.»