Im Prozess um die mutmaßliche Tötung eines Neugeborenen hat die Verteidigung einen Freispruch der angeklagten Mutter gefordert. Es liege kein unmittelbarer Beweis dafür vor, dass die 24-Jährige das Baby nach der Geburt erstickt habe, sagte Anwalt Peter Manthey in seinem Plädoyer am Landgericht Dresden. Dass die Angeklagte das Kind nicht wollte, sei zwar nachgewiesen, daraus ließe sich aber kein Rückschluss auf eine Tötungsabsicht ziehen.
Anklage forderte sieben Jahre Haft
Am vergangenen Freitag hatte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Haft für die Angeklagte beantragt. Die Anklagevertretung sah sich durch den Verlauf der Verhandlung darin bestätigt, dass die junge Frau ihr Kind in der Zeit zwischen dem 2. und 7. Februar dieses Jahres auf der Toilette ihrer Wohnung in Freital zur Welt brachte und kurz darauf erstickte.
Ein Mitarbeiter einer Abfallfirma fand die Babyleiche am 7. Februar. Sie war in einer Tüte im Biomüll abgelegt worden. Die Staatsanwaltschaft wertete das in ihrem Plädoyer als erschwerend für die Angeklagte. Sie habe das Kind «wie Müll entsorgt». Auch ihre Lügen danach würden von «erheblicher krimineller Energie» zeugen. Von einer Spontan- oder Affekttat könne keine Rede sein.