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Situation in sächsischen Kliniken ist angespannt

Auf einer Station im Klinikum St. Georg steht eine Mitarbeiterin am Bett einer Patientin. / Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa
Auf einer Station im Klinikum St. Georg steht eine Mitarbeiterin am Bett einer Patientin. / Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Obwohl die Corona-Hospitalisierungsrate derzeit gering ist, arbeiten viele Kliniken in Sachsen erneut am Limit. Die Urlaubszeit könnte die Situation noch weiter verschärfen.

Corona-Fälle in der Belegschaft, nachgeholte Operationen, fehlendes Pflegepersonal: Die aktuelle Situation der sächsischen Krankenhäuser ist angespannt. «Die wirtschaftliche Lage und Personalausfälle erschweren die Situation», sagte der stellvertretende Geschäftsführer der sächsischen Krankenhausgesellschaft, Friedrich R. München, auf Anfrage. Momentan sei wieder ein steigender Krankenstand in den sächsischen Krankenhäusern zu verzeichnen.

Die Regelversorgung ist demnach zunächst gewährleistet. «Allerdings sind zukünftige Leistungseinschränkungen, sollte sich die Lage der Personalausfälle verschärfen, nicht auszuschließen», betonte München. Neben krankheitsbedingter Personalausfälle könne auch die anstehende Urlaubszeit wesentlich zu einer Verschärfung der Situation beitragen, da diese ein Risiko zum weiteren Ansteigen der Infektionszahlen berge. Belastbare Zahlen lagen der Krankenhausgesellschaft zunächst nicht vor.

Manche Kliniken schlagen bereits jetzt Alarm. Im Klinikum St. Georg Leipzig werden im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit derzeit etwa ein Viertel weniger Betten betrieben. Grund sei Personalmangel und die Einführung der Pflegepersonaluntergrenzen, sagte eine Sprecherin. Hinzu kämen immer wieder Ausfälle durch an Covid erkranktem Personal. Besonders in den Intensivbereichen und bei Operationen wirke sich der Mangel auf die Handlungsfähigkeit aus. Die Suche nach Fachkräften und die Nachbesetzung der vakanten Stellen sei langwierig.

Nach Angaben des Klinikums habe so viel Pflegepersonal wie noch nie in den letzten beiden Jahren bewusst die Entscheidung getroffen, aus der Pflege auszusteigen. Mit Blick auf die wieder steigenden Infektionszahlen bleibe die Lage insgesamt angespannt. «Bisher konnten wir aber durch den engagierten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Schließung ganzer Stationen vermeiden», hieß es weiter.

Laut Gesundheitsministerium stellen die Covid-19-Erkrankungen wegen der vergleichsweise niedrigeren Hospitalisierungsrate der gegenwärtig vorherrschenden Varianten derzeit keine starke Belastung der stationären Versorgung dar. «Gleichwohl ist die Last, die die Krankenhäuser aufgrund anderer Erkrankungen, dem Nachholen verschobener Behandlungen und Ausfällen beim ohnehin knappen Personal tragen müssen, weiterhin groß», hieß es auf Anfrage.

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