Nach einer positiven Entwicklung 2020 ist die Zahl der Organspenden und -spender auch in Sachsen wieder zurückgegangen. Nach Angaben des Sozialministeriums in Dresden haben 2021 landesweit 56 Menschen postmortal ein oder mehrere Organe gespendet und damit zwölf weniger als im Jahr zuvor. Die Spendebereitschaft indes liege weiter konstant über dem Bundesdurchschnitt mit 13,8 Organspendern pro eine Million Einwohner (Bund: 11,2). Aktuell warteten rund 400 Menschen auf eine oft lebensrettende Transplantation.
«Jede und jeder sollte sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen», appellierte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) vor dem Tag der Organspende (4. Juni). Die Entscheidung sollte nicht den Angehörigen in schwieriger Situation überlassen werden. «Entscheiden Sie selbst!». Wie viele Menschen sich zu Lebzeiten dazu entschließen und das mit Organspendeausweis oder Patientenverfügung dokumentieren, werde nicht erfasst, sagte eine Ministeriumssprecherin.
Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation sind die Zahlen seit Jahresbeginn 2022 bundesweit überraschend dramatisch eingebrochen, nachdem Deutschland im Vergleich zu den meisten anderen Ländern ohne größere Einbußen durch Corona geblieben war. «In Sachsen liegen sie in etwa auf dem Vorjahresniveau», sagte eine Sprecherin. In den ersten vier Monaten wurden demnach 16 Organspenden verzeichnet und damit eine mehr. Die Zahl liege allerdings deutlich unter denen von 2020 (25) und 2019 (23).