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Mediziner warnen wegen Omikron-Variante vor Lockerungen

Intensivpflegerinnen versorgen auf einer Covid-19-Intensivstation Patienten. / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Intensivpflegerinnen versorgen auf einer Covid-19-Intensivstation Patienten. / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der Leipziger Mediziner Christoph Josten hat angesichts von Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Omikron-Variante des Coronavirus vor Lockerungen der Schutzmaßnahmen gewarnt. «Bei Omikron fahren wir momentan im Nebel», sagte Josten, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig, am Dienstag bei einer Online-Konferenz der sächsischen Regierung mit Experten. Er ging davon aus, dass es schon viel mehr Omikron-Fälle im Freistaat gibt als bislang bekannt. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte am Dienstag nach der Kabinettssitzung über 35 bestätigte Fälle der Omikron-Variante und 149 Verdachtsfälle informiert.

«Wir fahren auf der Felge», beschrieb Josten die Situation für die Mitarbeiter in den Krankenhäusern. Wenn man jetzt die Geschwindigkeit noch erhöhe, sei das mehr als fahrlässig. In den kommenden vier Wochen dürfe man gar nicht daran denken, bewährte Maßnahmen zu lockern. «Es ist wichtig, dass wir diesen guten Weg, den wir eingeschlagen haben, auch die nächsten Wochen beibehalten, bis wir wirklich wissen, wie sehr schlägt Omikron ein und wie sehr belastet Omikron unser Gesundheitswesen.» Man brauche valide Daten. Erst dann sei es gerechtfertigt, über Lockerungen nachzudenken.

Ähnlich äußerte sich Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzender des Weltärztebunds, der gemeinsam mit anderen Experten in der Runde zugeschaltet war. «Mein Rat wäre (...): Warten sie doch einfach noch einmal drei Wochen ab.» Die Entwicklung bei den Neuinfektionen, die man derzeit in den USA beobachten könne, werde man in drei oder vier Wochen auch in Deutschland auf den Intensivsituationen sehen können. Dann werde man die Situation anders betrachten als jetzt.

Sachsens Regierung diskutiert derzeit über eine neue Schutzverordnung und erwägt erste Erleichterungen der seit Mitte November geltenden strengen Corona-Regeln. Der Freistaat ist momentan nicht mehr größter Hotspot der Pandemie in Deutschland. Allerdings ist die Sieben- Tage- Inzidenz von 287,5 noch immer hoch. Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) stellte in der Diskussion klar, dass man mit Blick auf die Bettenbelegung in Krankenhäusern und auf Intensivstationen bei einer Vorwarnstufe und Überlastungsstufe bleiben wird. Das sei die «rote Linie». Die neue Verordnung soll kommende Woche beschlossen werden.

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