Der Leipziger Mediziner Christoph Josten hat die Bevölkerung in Sachsen zu einem freiwilligen Lockdown aufgerufen. «Es hilft weiterhin, die sozialen Kontakte auf das familiär Notwendige zu beschränken, Abstand zu halten, Maske zu tragen und - ganz wichtig - sich impfen zu lassen, durch Grundimmunisierung oder Boosterung», sagte er am Donnerstag im Interview der «Leipziger Volkszeitung». Josten, Medizinischer Vorstand des Leipziger Universitätsklinikums, hatte schon Anfang November vor einer «Tsunami-Welle» an Infektionen gewarnt. Inzwischen liegt die täglich in Sachsen gemeldete Zahl an Neuinfektionen bei mehr als 6000.
Aufgrund der hohen Belastung hat das Uniklinikum Leipzig inzwischen seine Leistungen reduziert. Planbare Operationen werden verschoben, Ambulanz-Sprechstunden fallen aus. Josten zufolge reagieren die meisten Menschen verständnisvoll, aber ein bestimmter Anteil auch mit wenig Verständnis. Manche Reaktionen seien sehr heftig. «Das frustriert unsere Mitarbeiter. Uns tut das sehr leid, vor allem, weil manche Eingriffe zum wiederholten Male verschoben wurden.» Man müsse aber die personellen und logistischen Kapazitäten zusammenziehen, um Notfälle und Corona-Patienten zu versorgen.