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Landratsamt will trotz Rekord-Inzidenz Lockdown verhindern

Symbolbild Corona / pixabay
Symbolbild Corona / pixabay

Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Ostererzgebirge will trotz der bundesweit höchsten Corona-Wocheninzidenz von 924,3 einen Lockdown verhindern. Darauf sei jetzt das gesamte Handeln ausgerichtet, sagte Landrat Michael Geisler (CDU) am Montag in Pirna. Er rechnet damit, dass die Marke von 1000 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche bereits am Dienstag oder Mittwoch erreicht wird. Schnell werde sich die Lage nicht entspannen. Laut Geisler liegt die Impfquote im Landkreis nur bei 51 Prozent. Das sei keine Quote, mit der man einer Pandemie begegnen könne.

Hilfe erhofft sich der Landkreis nun unter anderem von der Bundeswehr bei der Kontaktnachfolge und vom Land Sachsen bei der Beschaffung von Impfstoff. Geisler sprach sich auch dafür aus, wieder kostenfreie Tests für alle anzubieten. «Testen, testen, testen» heiße das Gebot der Stunde. Bis es wieder Bürgertests gebe, würden Lücken mit eigenen Reserven überbrückt. Zudem empfehle man, fortan in Innenräumen nur noch FFP-2-Masken zu tragen. Das gelte aber nicht für Schulen. Kitas und Schulen will der Landkreis offen halten.

«Wir wollen erreichen, dass die Krankenhäuser und Rettungsdienste nicht überlastet werden», betonte Geisler. Momentan seien 105 Normalbetten und 34 Betten auf Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt. Damit seien im Prinzip nur noch fünf Normalbetten und ein Intensivbett für diese Patientengruppe frei. Die Kliniken würden durch hausinterne Verlegungen Kapazitäten schaffen. Da sei aber ein Ende in Sicht, sagte der Landrat. Es gebe auch die Überlegung, Kurkliniken einzubinden, um mehr Kapazitäten zu bekommen. Allerdings fehle es vor allem an Fachpersonal.

Die Einhaltung der seit Montag in einigen Bereichen Sachsens geltenden 2G-Regel (geimpft oder genesen) will das Landratsamt mit verstärkten Kontrollen überprüfen. Dazu würden zehn Kontrollteams mit je drei Leuten gebildet, sagte Geisler. Er rechne damit, dass jetzt wie bei der vorigen Corona-Welle wieder bis zu 500 Mitarbeiter und damit Hälfte des Personals im Landratsamt mit der Bewältigung der Pandemiefolgen beschäftigt sein wird. Der Dienstbetrieb der Verwaltung werde eingeschränkt. Das treffe aber nicht auf die Kfz- Zulassung, die Führerscheinbehörde und das Jugend- und Sozialamt zu.

Um in den eigenen Reihen einen guten Überblick zu haben, sollen alle Nichtgeimpften in der Verwaltung regelmäßig getestet werden. Das werde auch den Geimpften offeriert. Zudem kündigte der Landrat mehr Impfangebote an. Dazu sollen in Pirna, Freital, Sebnitz und Dippoldiswalde feste Impfstellen eingerichtet werden.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH