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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Lage in vielen Kliniken wegen Corona-Belastung kritisch

Eine Mitarbeiterin der Pflege steht in einem Zimmer einer Corona-Intensivstation. Foto: Fabian Strauch/dpa/Illustration
Eine Mitarbeiterin der Pflege steht in einem Zimmer einer Corona-Intensivstation. Foto: Fabian Strauch/dpa/Illustration

Sachsen steht bei den Corona-Neuinfektionen zusammen mit Thüringen im Vergleich der Bundesländer mit Abstand an der Spitze - und ist bundesweit zugleich abgeschlagen Schlusslicht bei den Impfungen gegen das Virus. Krankenhäuser im Freistaat schlagen Alarm.

Die Lage an Kliniken in Sachsen ist wegen der steigenden Zahl von Corona-Patienten nach Angaben der sächsischen Krankenhausgesellschaft (KHG) besorgniserregend. «Wenn die derzeitige Entwicklung so weitergeht, kriegen wir eine kritische Situation», sagte der stellvertretende Geschäftsführer der KHG, Friedrich München, am Mittwoch in Leipzig. Die Kliniken müssten immer mehr Betten für Covid-19-Patienten herrichten. «Um diese zu betreiben, müsse gleichzeitig der Normalbetrieb runtergefahren werden.»

Nach Angaben von Geschäftsführer München stehen derzeit in Sachsen noch etwa 200 Betten auf den Intensivstationen für Covid-19-Patienten zur Verfügung. Das Problem sei zudem, dass seit dem Vorjahr bis zu zehn Prozent des Pflegepersonals abgewandert seien.

Am Mittwoch lag die «Sieben-Tage-Inzidenz» in Sachsen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 289,7. Damit ist der Freistaat weiter das Bundesland mit den zweithöchsten Infektionszahlen nach Thüringen (338,2). Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz beschreibt, wie viele Neuinfektionen in sieben Tagen je 100.000 Einwohner registriert wurden. Bei der Impfquote ist Sachsen Schlusslicht mit 56,8 Prozent bei den Zweitimpfungen. Bremen liegt hier bundesweit vorn mit 78,4 Prozent

In den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen und Bischofswerda werden bereits seit Tagen planbare Operationen abgesagt oder verschoben. «Damit sind auch längere Wartezeiten verbunden. Dringende OP's werden durchgeführt. Es entscheiden die Ärzte gemeinsam mit den Patienten», sagte ein Sprecher in Bautzen. Zudem werde es spätestens an diesem Donnerstag einen Besucherstopp an beiden Krankenhäusern der Oberlausitz-Kliniken geben.

Auch bei den Elblandkliniken in Riesa, Meißen, Radebeul und Großenhain gibt es nach Angaben einer Sprecherin Einschränkungen und Verschiebungen im Normalbetrieb. Die Kapazitäten auf der Normal- und Intensivstation würden ständig der aktuellen Situation angepasst und erhöht. Einen Besucherstopp gebe es derzeit noch nicht, könne für die Zukunft aber nicht ausgeschlossen werden. Am Dienstag hatten bereits das Klinikum Chemnitz und die Paracelsus Klinik Adorf-Schöneck diesen Schritt vollzogen.

Am Uniklinikum Dresden herrscht nach Angaben eines Sprechers noch Normalbetrieb. Es gebe keine Einschränkungen, noch müssten Operationspläne reduziert werden, hieß es am Mittwoch.

Anfang der Woche hatte der Medizinische Vorstand des Leipziger Universitätsklinikums, Christoph Josten, erklärt, dass sein Haus dabei sei, Leistungen um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. «Das heißt: Geimpfte konkurrieren um Behandlungsplätze mit Nichtgeimpften.» Das sei eine ethische Fragestellung, die aufkomme, wenn man an das Ende der Ressourcen gelange.

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Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH