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Kammer verurteilt Aggressivität gegen medizinisches Personal

Ein Stethoskop hängt um den Hals eines Arztes. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild
Ein Stethoskop hängt um den Hals eines Arztes. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Die Landesärztekammer Sachsen hat aggressives Verhalten gegen medizinisches Personal in der Corona-Krise verurteilt. «In der Pandemie hat Aggressivität zugenommen, aber auch davor war ein Anstieg zu verzeichnen», sagte Kammer-Sprecher Knut Köhler am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Genaue Zahlen dazu gebe es aber nicht. Ärztinnen und Ärzte seien vor allem Beleidigungen und Drohungen bis hin zu Gewaltandrohungen ausgesetzt. So habe es Morddrohungen gegen Mitglieder der Sächsischen Impfkommission und Sachbeschädigungen an Arztpraxen gegeben, die sich am Impfen beteiligen. Auch Ärzte, die in Schulen impfen, seien beschimpft worden.

«Wir bieten allen Ärzten juristische wie persönliche Unterstützung an, machen das Problem öffentlich», sagte Köhler. Einen Grund für die angeheizte Stimmung sehe die Landesärztekammer in der Spaltung der Gesellschaft, die sich auch in der Einstellung zu Schutzmaßnahmen ausdrückt. Zudem gebe es eine Anspruchshaltung von Patienten, «alles und sofort» zu bekommen.

Erik Bodendieck, Präsident der Landesärztekammer, hatte sich am Montag in einer Online-Pressekonferenz mit einem eindringlichen Appell an die Bürger gewarnt. Eine derartige Krise wie die Pandemie könne die Gesellschaft nur gemeinsam überwinden. Jeder sollte sich ein Stück zurücknehmen und überlegen, was er für den andern tun könne und wie er ihn schützen könne, sagte er. «Da spreche ich eine große Klientel der Maskenverweigerer in Arztpraxen an. Das geht so nicht.»

Die Aggression gegen Ärzte und medizinisches Personal habe eine Größenordnung erreicht, die nicht mehr tolerierbar sei, sagte Bodendieck. «Diese Menschen verbringen den ganzen Tag damit, anderen Menschen zu helfen und werden dafür auch noch angefeindet.» Wenn ein Impfteam vor Ort impfwillige Menschen betreuen wolle, könne es nicht sein, dass sich andere darüber hinwegsetzten und die Ärzte als Mörder und Verbrecher bezeichneten. Man laufe derzeit in eine Triage- Situation hinein: «Dann werden wir uns vor unsere Kolleginnen und Kollegen stellen.»

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH