Der auf Infektionskrankheiten spezialisierte Kinder- und Jugendmediziner Reinhard Berner sieht keine dringende Notwendigkeit für eine schnelle Impfempfehlung für gesunde Fünf- bis Zwölfjähriger in Deutschland. Kinder mit Vorerkrankungen und besonderem Risiko für Ansteckung und schweren Verlauf, in besonderen Lebensumständen oder bei gefährdeten Familienmitgliedern sollten den zugelassenen Impfstoff bekommen, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Dresdner Universitätsklinikums am Montag der Deutschen Presse-Agentur. «Darüber hinaus soll sie natürlich sehr großzügig jeder haben, der sich individuell entscheidet, dass er diesen Schutz für sein Kind möchte.»
Für eine flächendeckende Impfempfehlung ist es laut Berner noch zu früh und diese auch angesichts der sehr geringen Gefahr eines schweren Verlaufs bei gesunden Kindern auch nicht dringend. Nach seinen Angaben liegt das Risiko für das einzelne Kind «wahrscheinlich bei 1 zu 20 000 beziehungsweise 1 zu 50 000». Dem stehe das potenzielle Risiko einer Impfung gegenüber mit möglichen Nebenwirkungen gegenüber, die aber nicht überbewertet werden dürften.