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Ärzte werden mit impfkritischem Flyer überschwemmt

Die sächsischen Ärztinnen und Ärzte sehen sich nach eigenen Angaben von einem Aufruf aus der impfkritischen Szene überschwemmt. Auf einem Flyer würden sie aufgefordert, Krankheiten oder andere Auffälligkeiten bis zu 90 Tage nach einer Corona-Impfung als Impfnebenwirkung zu deklarieren, teilte die Sächsische Landesärztekammer am Mittwoch mit.

Die Kammer bekräftigte, dass die Mediziner ihrer Meldepflicht von auffälligen Impfreaktionen gewissenhaft nachkämen. Allerdings träten Impfreaktionen in der Regel innerhalb von 14 Tagen auf. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) habe den Abstand sicherheitshalber auf 42 Tage verlängert und werte zudem Meldungen aus, bei denen ein längerer Abstand zur Impfung bestehe. «Gesundheitliche Beschwerden bis 90 Tage nach einer Impfung zu melden, entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Grundlage», heißt es in einer Mitteilung der Kammer. Ärztinnen und Ärzte sollten den aktuell kursierenden Aufruf daher ignorieren.

Patientinnen und Patienten, die der Meinung sind, ihr behandelnder Arzt melde Impfnebenwirkungen nicht, können sich laut der Kammer selbst beim PEI melden.

Der konkrete Flyer sei neu, sagte Landesärztekammer-Sprecher Knut Köhler. «In der gesamten Corona-Pandemie hat es aber immer wieder Versuche gegeben, unsere Ärzte zu verunsichern.» Besonders Ärzte, die sich für Impfungen ausgesprochen hätten, seien immer wieder bedrängt worden. Die Landesärztekammer rate denjenigen, die sich bedroht fühlten, zur Polizei zu gehen.

Wie am Dienstag bekannt wurde, sind in Sachsen bis Ende März 176 Anträge auf eine Entschädigung nach einer Corona-Schutzimpfung registriert worden. Sie beträfen 168 Personen und seien von unmittelbar Betroffenen und Angehörigen gestellt worden, teilte die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten André Wendt mit. Demnach gab es mit Stichtag 31. März in neun Fällen eine Anerkennung von Ansprüchen und in 41 Fällen eine Ablehnung. Zwei Anträge erledigten sich von selbst, etwa durch Rücknahme, hieß es. In den restlichen 124 Verfahren sei noch keine Entscheidung getroffen.

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