Nach der außer Kontrolle geratenen Demonstration der Initiative «Querdenken» hat es im Leipziger Stadtrat am Mittwoch eine hitzige Diskussion gegeben. Die Veranstalter der Kundgebung, die Polizei, das Oberverwaltungsgericht (OVG) und Innenminister Roland Wöller (CDU) wurden am Mittwoch für ihre Maßnahmen und Entscheidungen von nahezu allen Fraktionen im Leipziger Stadtrat heftig kritisiert. Zur Entscheidungshilfe für das OVG habe es keine konkrete Gefahrenprognose der Polizei gegeben, sagte Sören Pellmann von der Linksfraktion.
Zudem seien die zahlreichen Hinweise, dass mehr Teilnehmer als angekündigt anreisen werden, nicht beachtet worden, betonte Christoph Zenker von der SPD. Es seien viel zu wenige Polizisten am Samstag im Einsatz gewesen. «Auch wurden die Ankündigungen zum Brechen der Auflagen nicht beachtet.» Von der CDU kamen etwas versöhnlichere Worte. «Jetzt ist nicht die Zeit der Abrechnung sondern der Aufklärung», meinte Michael Weickert. Er kritisierte vor allem die Veranstalter, die in einem «unsolidarischem Akt» bewusst gegen die Regeln verstoßen hätten.