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Ex-Fußball-Nationalspieler Kirsten: Straßenfußballer

Seit Gründung im Jahr 2003 unterstützt die Kirsten-Stiftung den Fußballnachwuchs vor allem in Sachsen. / Foto: Robert Michael/dpa
Seit Gründung im Jahr 2003 unterstützt die Kirsten-Stiftung den Fußballnachwuchs vor allem in Sachsen. / Foto: Robert Michael/dpa

Ulf Kirsten war einst als Stürmer im Osten und Westen Deutschlands erfolgreich. Nun hilft seine Stiftung Mädchen und Jungen von Kindesbeinen an.

Die Stiftung des früheren Fußball-Nationalspielers Ulf Kirsten will sich künftig auch im Westen engagieren. Als erstes Projekt schwebt dem 57-Jährigen im kommenden Jahr ein Bolzplatz im ehemaligen Hochwassergebiet von Rheinland-Pfalz vor, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Am Montag wurde ein erster Platz in einem Dresdner Kindergarten übergeben. Bei einem «Testspiel» machte auch Kirstens Sohn Benjamin mit, der als Profi lange Zeit im Tor des heutigen Drittligisten Dynamo Dresden stand und nun die Stiftung seines Vaters unterstützt. Anfang Juni soll in Großenhain der nächste Bolzplatz fertig sein. Die Idee dazu entstand während der Corona-Pandemie, um Mädchen und Jungen wieder mehr an die frische Luft zu bringen.

Ulf Kirsten hatte als einer der besten Fußballer der DDR bei Dynamo Dresden gespielt und war nach dem Fall der Mauer zu Bayer 04 Leverkusen gewechselt, wo er mehrfach die Torjägerkanone für die meisten Treffer in der Bundesliga gewann. Er war auch in der deutschen Nationalelf erfolgreich. An seinen ersten Bolzplatz aus Kindertagen in seiner Geburtsstadt Riesa konnte sich Kirsten am Montag noch gut erinnern. «Ich habe auf der Straße gespielt, ich bin wirklich ein Straßenfußballer.» Damals habe er mit seinen Freuden von Hoftor zu Hoftor gekickt, mit sechs Jahren dann bei Chemie Riesa.

«Wir haben bei Wind und Wetter draußen gespielt, auch im Schlamm», sagte Kirsten. Heute gebe es für Kinder sehr viele Ablenkungen. Im Rückblick sei er froh, dass es zu seiner Zeit anders war. Selbst nach dem Training sei er mit seinen Jungs noch einmal bolzen gegangen. Die mit Hilfe seiner Stiftung entstehenden Bolzplätze seien eine gute Gelegenheit für Kinder, sich im Freien bewegen zu können: «Es muss ja nicht immer Fußball sein, hier können sie auch Volleyball oder Basketball spielen.»

Die Ulf-Kirsten-Stiftung war nach dem Abschiedsspiel des Fußballers 2003 entstanden und fördert seither den Fußballnachwuchs. Bei 56 Projekten erhielten bisher fast 1000 junge Sportler Unterstützung. Die Stiftung sammelte knapp 328.000 Euro ein - etwa für Ausrüstung, Trainingslager oder die Ausstattung einer Physiotherapie.

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